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Dormagen: Eltern fordern Schulsanierung

Dormagen : Eltern fordern Schulsanierung

Kaputte Fenster und Türen, mehr als 30 Jahre alter Teppichboden und abblätternde Farbe an den Wänden: Die Schulpflegschaft der Henri-Dunant-Schule prangert die "unzumutbaren Zustände" in Delrath an.

In der Henri-Dunant-Schule zieht es. Einige Fenster schließen nicht mehr richtig, lassen Kälte und Feuchtigkeit durch. Für "dringend notwendige Renovierungsmaßnahmen" setzt sich nun die Schulpflegschaft nachdrücklich ein. "Es wird Zeit, dass etwas passiert", fordert Glenda Keller, die Schulpflegschaftsvorsitzende der Grundschule in Delrath. "Die Zustände in unserer Schule sind den Kindern und den Lehrern nicht mehr zuzumuten", sagt sie.

Schulpflegschaftsvorsitzende Glenda Keller weist in der Henri-Dunant-Schule auf die nötige Sanierung von Fußböden, Fenstern und Wänden hin. Foto: Stefan Büntig

Dabei sei die Schule beliebt: "Wir haben für das nächste Schuljahr 42 Anmeldungen für zwei starke Klassen", sagt Glenda Keller. Die Eltern erneuern seit zwei Jahren nach und nach den Schulhof und verschönern so das Umfeld für die Delrather Kinder. "Jetzt muss auch in das Innere der Schule investiert werden", meint die Elternvertreterin, die für morgen Abend zur Schulpflegschaftssitzung auch die Verwaltung, die Parteien, die Bürgerinitiative Lebenswertes Delrath und das Kreisgesundheitsamt eingeladen hat. Dezernentin Tanja Gaspers habe signalisiert, sich den Fragen der Eltern zu stellen.

Bereits im Juli war die Dezernentin in der Henri-Dunant-Schule gewesen, um sich die Schäden an Fenstern, Türen, Böden und Wänden anzuschauen. "Sie hatte uns zugesagt, den mehr als 30 Jahre alten Teppichboden für 53 000 Euro gegen Kunststoffboden auszutauschen", sagt die Eltern-Vertreterin. Doch bisher sei nichts geschehen.

Dass sich nichts getan hat, kann auch Hans-Joachim Reich, der kommissarische Schulleiter, nicht verstehen: "Es geht einfach nicht mehr — der Zustand ist nicht mehr tragbar." In einem Brief an Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann habe er darauf hingewiesen, dass das Umfeld und der Lernerfolg direkt zusammengehören: "Wie sollen die Kinder bei zugigen Fenstern, die alles außer Laub durchlassen, richtig lernen?" fragt Reich. Als Realist weiß er um Sparzwänge, allerdings wünscht er sich ein Signal der Politik und Verwaltung, das den Fortbestand der Schule sichern würde: "Da muss sich vor 2015 etwas tun!"

Wie CDU-Ratsmitglied René Schneider, Sprecher des Betriebsausschusses im Eigenbetrieb Dormagen, betont, sei eine schnelle Renovierung möglich: "Die Aluminium-Fensterrahmen sind am Ende ihrer Lebensdauer, dort ist eine energetische Sanierung nötig, die zeitnah erfolgen soll." Daher habe die Jamaica-Koalition diesem Punkt, für den 306 000 Euro im Jahr 2015 eingeplant waren, Vorrang eingeräumt. Zwar sei die Maßnahme 2007 aufgerufen und bis 2009 im Wirtschaftsplan aufgeführt worden, dann aber wegen der zeitweise schlechteren Anmeldezahlen zurückgestellt worden. "Die Situation hat sich jetzt geändert, die Anmeldezahlen sind über 40, und die Eltern haben in Eigeninitiative die Schule verschönert — nun steht die Sanierung wieder im Wirtschaftsplan für 2012", sagt Schneider.

(NGZ)