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Dormagen: Eltern fordern Gemeinschaftsgrundschule

Dormagen : Eltern fordern Gemeinschaftsgrundschule

Die St. Nikolaus-Grundschule ist eine von drei konfessionsgebundenen Grundschulen der Stadt. Nur katholische Lehrer bekommen eine Festanstellung. Eine Elterninitiative plädiert nun für eine Gemeinschaftsgrundschule.

Als ein Lehrer trotz passender Qualifikation aufgrund seiner Konfession an der St. Nikolaus-Grundschule zum Schuljahresbeginn keine Festanstellung bekam, verließ er die Schule. Bärbel Baikowski, deren Tochter so der Klassenlehrer verloren ging, kann das nicht verstehen. "Ich würde mir mehr Kontinuität in der Lehrerversorgung wünschen", sagt die 44-Jährige.

Zusammen mit Ulrike Brünger und Alexandra Ritterbach, deren Kinder ebenfalls vom Lehrerwechsel betroffen waren, entschied sie sich für den Versuch, an der Situation etwas zu ändern. So haben die drei Mütter jetzt eine Elterninitiative gegründet, die für die Umwandlung von der katholischen Grundschule zu einer Gemeinschaftsgrundschule plädiert. Die Folge einer Umwandlung wäre, dass Lehrkräfte aller Konfessionen eine Festanstellung erhalten könnten, wasdie Fluktuation minimieren könnte. Des Weiteren würde auch evangelischer Religionsunterricht eingeführt.

Mit Verständnis reagiert die Schulleitung auf das Anliegen der Eltern. Einen etablierten Kollegen nach langer Zeit zu verlieren, sei frustrierend, erklärt Gerti Müller-Baudrie, Schulleiterin der St. Nikolaus-Schule: "Ich kann den Unmut der Eltern verstehen." Einer Umwandlung der Schule stehen sie nicht ablehnend gegenüber.

Um die konfessionsfreie Schule durchzusetzen, müssten zwei Drittel aller Eltern, die ein Kind an der Schule haben, bei einer offiziellen Wahl für die Umwandlung stimmen. "Vorher jedoch müssen 20 Prozent der Eltern einen Antrag an die Stadt Dormagen stellen", erklärt Ellen Schönen-Hütten vom Schulamt der Stadt Dormagen. Dabei darf dieser Antrag kein Sammelantrag sein — jeder muss also selbständig ein Formular ausfüllen.

Die St. Nikolaus-Grundschule, die laut Website "bewusst den Heiligen Nikolaus von Myra zum Namenspatron gewählt" hat, ist eine von drei konfessionsgebundenen Grundschulen im Stadtgebiet. Das Gesetz sieht für diese Schulen vor, dass unbefristete Stellen nur an Lehrer der gleichen Konfession vergeben werden.

Für befristete Stellen oder Referendare gilt die Regelung nicht. So können nicht katholische Lehrer mitunter jahrelang als Vertretung für Vorruheständler, Lehrerinnen im Mutterschutz oder Krankheitsfälle eingesetzt werden, bis sie irgendwann gehen müssen. "Wir fragen uns, warum ein Lehrer, der gut zur Schule passt, nicht bleiben kann", sagt Bärbel Baikowski.

Noch befindet sich die Elterninitiative im Aufbau. Baikowski, Brünger und Ritterbach haben vor rund einer Woche einen Brief an die Eltern verteilt, in dem sie über ihre Wünsche informieren. Ritterbach: "Wir denken, dass wir die 20 Prozent zusammen bekommen."

(NGZ)