Dormagen/Mönchengladbach: "Einladung zum Paradies": Zentrum in Gladbach

Dormagen/Mönchengladbach : "Einladung zum Paradies": Zentrum in Gladbach

Der Verein "Einladung zum Paradies" (EZP), der in Mönchengladbach seinen Hauptsitz hat, möchte seit August 2010 im dortigen Stadtteil Eicken eine bereits seit 2005 bestehende Moschee in eine Islamschule umbauen.

Als im vergangenen Sommer bekannt wurde, dass der vom Verfassungsschutz beobachtete und damals noch in Braunschweig beheimatete Verein in das Rheinland umziehen wolle, um in Gladbach Islamunterricht für hunderte Gläubige anzubieten, entfachte sich ein Proteststurm. Eine Bürgerinitiative gründete sich, um gegen die Salafisten vorzugehen – später verhängte die Stadt ein Verbot für die Nutzung des Gebäudes aufgrund baulicher Mängel. Auch ein Baustopp konnte wegen eines fehlerhaften Bauantrags erwirkt werden. Beide Auflagen haben derzeit noch Bestand.

Doch was ist eigentlich "Salafismus? Der Begriff, im Arabischen heißt er "salafiya", bezieht sich auf eine radikale Strömung des Islam, die sich an den ersten drei Generationen der Muslime orientiert. Diese sollen persönlich mit dem Religionsbegründer und Propheten Muhammad im 7. Jahrhundert in Kontakt gestanden haben.

Prominente Köpfe von EZP sind Muhammed Ciftci alias Abu Anas, der die Islamschule in Braunschweig betreibt und, wie er der NGZ auf Anfrage sagte, mittlerweile sein Vorstandsamt abgegeben hat. Stellvertreter war Sven Lau, einst Chef der Gladbacher Moschee "Massjid As Sunnah", die mit EZP fusionierte. Er nennt sich Abu Adam und ist, wie viele Mitglieder des Vereins, Konvertit. Eine der schillerndsten Personen, die kein EZP-Mitglied ist aber für den Verein Vorträge hält, ist Pierre Vogel (Abu Hamza). Er gilt als einer der erfolgreichsten Missionare des Salafismus in Deutschland – auch das ist Grund für die Beobachtung durch den Verfassungsschutz.

Hintergrundinformationen bietet der Salafismus-Bericht des NRW-Verfassungsschutzes: http://www.im.nrw.de

(NGZ)