1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Einkaufszentrum soll Kö beleben

Dormagen : Einkaufszentrum soll Kö beleben

Die Stadt präsentiert neue Pläne für das geschrumpfte Fachmarktzentrum auf dem Zuckerfabrikgelände. Kernpunkt ist die Öffnung der Geschäfte der Mall Richtung Kölner Straße. Entscheiden muss nun der Planungsausschuss.

Dick wie ein Tolstoi-Wälzer sind die zusammengehefteten Unterlagen für den nächten Planungsausschuss. Es gibt viel zu beraten nach der Sommerpause. Gerade einmal vier Seiten des Skripts drehen sich dagegen um das geplante Fachmarktzentrum auf dem ehemaligen Gelände der Zuckerfabrik. Dabei hatte das Thema in der Vergangenheit mindestens so viel Konfliktpotenzial wie "Krieg und Frieden".

 Stadtplaner Gregor Nachtwey: "Bedarfe nicht mehr vorhanden."
Stadtplaner Gregor Nachtwey: "Bedarfe nicht mehr vorhanden." Foto: S. Büntig

Geht es nach der Verwaltung, soll nun Ruhe in die weiteren Planungen kommen — "in Abstimmung mit dem Investor", wie Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann betont. Ziel ist eine Änderung des Flächennutzungsplans und die Einleitung der Bauleitplanung für den Bebauungsplan. Der Planungsausschuss müsste dies in seiner nächsten Sitzung am 13. September beschließen. Dabei soll das Einkaufszentrum kleiner werden als zunächst geplant. Die Pläne wurden verändert. Wichtigster Punkt aus Sicht von Bürgermeister Hoffmann: "Die Geschäfte des Fachmarktzentrums müssen zur Kölner Straße hin geöffnet sein." Im Wesentlichen geht es um die Anbindung an die Kölner Straße. Durch einen Kreisel und eine Aufflasterung in dem Bereich könnte der Verkehr abgebremst werden, damit Fußgänger problemlos über die Europastraße gelangen. Wer die Kosten für die Erschließung übernehme, müsse indes noch mit dem Investor verhandelt werden, erklärt Hoffmann.

Änderungen waren unumgänglich. Denn: "Das Büro Dr. Jansen war in seiner Untersuchung zu dem Schluss gekommen, dass die Bedarfe für die ursprüngliche Planung nicht mehr vorhanden sind", so Stadtplaner Gregor Nachtwey, Zunächst war der Einkaufs-Tempel in einer Größenordnung von 25 000 Quadratmetern geplant, nach Einschätzung von Dr. Jansen reichen 16 800 Quadratmeter aus. Nach den Ideen des Planungsbüros richtet sich auch die städtische Beratungsvorlage. "Empfohlen werden großflächige Einzelhandelsnutzungen eines in Dormagen unterrepräsentierten Elektronikmarktes (3000 Quadratmeter Verkaufsfläche) sowie eines für die langfristige Deckung der Grundversorgung nötigen Lebensmittelvollsortimentes (2800 Quadratmeter Verkaufsfläche) mit einem Lebensmitteldiscounter (1000 Quadratmeter Verkaufsfläche) oder Drogeriefachmarkt (800 Quadratmeter Verkaufsfläche)."

Ungemach könnte noch durch die "Seveso-II-Richtlinie" drohen. Einem frischen Gerichtsurteil des Europäischen Gerichtshofs könnte das Fachmarktzentrum zu nah am Chempark Dormagen stehen. Wird der Bebauungsplan geändert, wird die Problematik akut. Also bald.

(NGZ)