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Dormagen: Einkaufspark Top West soll wachsen

Dormagen : Einkaufspark Top West soll wachsen

Die CDU will die Verwaltung auffordern, die brachliegende Fläche des Zentralfriedhofs freizugeben, damit dort Top West erweitert werden kann. Die Stadt fühlt sich durch das Vorpreschen in ihren Grundstücksverhandlungen gestört.

Die Stadt sucht händeringend nach Flächen, um Unternehmen anzusiedeln, die, so sagt sie, vor den Toren Schlange stehen. Dabei könnte ein sechs Hektar großes, innenstadtnahes Areal in recht kurzer Zeit zur Verfügung stehen: Die CDU will die Erweiterungsfläche des Zentralfriedhofs an der Mathias-Giesen-Straße umwandeln und so den Gewerbe- und Einkaufspark Top West die Möglichkeit zur Expansion geben. Einen entsprechenden Antrag zur Änderung des Flächennutzungsplans wird CDU-Ratsherr Hermann Harig in der kommenden Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses am 7. März einbringen.

Es ist kein neues Thema. Denn bereits 2006 formulierte die CDU einen Antrag für den damaligen Ausschuss für Bauangelegenheiten. Schon dort war man der Meinung, dass der künftige Flächenbedarf auf dem Zentralfriedhof sich verringern wird. Die CDU rechnete vor sechs Jahren vor: Der Flächenbedarf für diesen, 10,6 Hektar großen Friedhof wurde anhand der Bevölkerungsentwicklung und des Friedhofbestandes für 2024 auf 9,1 Hektar ermittelt. Die Erweiterungsfläche beträgt etwa 7,6 Hektar, ist also gut zehn Fußballfelder groß. Der nördliche Bereich dieser Erweiterungsfläche, die dann noch sechs Hektar groß wäre, könnte, so die Meinung, als Gewerbefläche entwickelt werden. Diese Überlegungen flossen im vergangenen Frühjahr in das Konzept zum neuen Friedhofsentwicklungsplan ein, wo die Technischen Betriebe, die die Dormagener Friedhöfe verwalten, die Aufgabe dieser Erweiterungsfläche vorschlugen. Die restliche Fläche im Südlichen Bereich entlang des Holzweges ist laut Flächennutzungsplan als öffentliche Grünfläche ausgewiesen, die als Freiraum erhalten werden muss.

Nach CDU-Planungspolitiker Hermann Harig sollte nicht mehr die Aufstellung des neuen Flächennutzungsplans abgewartet werden "und aus städtebaulichen Gründen und mit Rücksicht auf das Haushaltssicherungskonzept die Umplanung jetzt erfolgen". Er rechnet mit einer breiten politischen Zustimmung für diese Planungen.

Im Rathaus hält sich die Begeisterung noch in Grenzen, weil die Stadt in notwendigen Grundstückverhandlungen steht, in denen es um die Erschließung des Gebietes geht. Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann sagt: "Das Thema ist bei uns längst bekannt, es hat auch schon Untersuchungen der Fläche gegeben."

Diese Vorratsfläche ist auch ein Baustein in dem Freiflächen-Kataster, das die Stadt angelegt hat, um zu überprüfen, wo welche Areale für Wohn- und Gewerbeansiedlungen genutzt werden können. Ein anderer ist das ehemalige Zuckerfabrikgelände, wo, so Hoffmann, durch die Größenreduzierung des Fachmarktzentrums noch rund fünf Hektar an Fläche zur Verfügung stehen werden. Hinzu kommt das Silbersee-Areal.

Bei den Anrainern kommen diese Pläne gut an. Ralf Huntgeburth, Vorstand der Interessensgemeinschaft Top West, sagt: "Wir haben schon Bedarf an neuen Flächen. Es ist sicherlich zu begrüßen, wenn dadurch der Standort hier gestärkt werden könnte." Bei neuen Ansiedlungen dürfte es aber nicht um Einzelhandel gehen, sagt Huntgeburth. Das sieht auch Hoffmann so: "Für die Stadt besteht auch die Verpflichtung gegenüber dem Investor des Fachmarktzentrums, dass wir keine Planungen aufnehmen, die seinen Interessen widersprechen." Das gelte auch für den Einzelhandel in der Innenstadt.

(NGZ)