Einkaufen in Dormagen: Dormacenter soll nach Insolvenz saniert werden

Einkaufszentrum in Dormagen : Dormacenter soll wiederbelebt werden

Nachdem immer mehr Mieter das Gebäude verlassen haben, soll es einen harten Schnitt geben, um eine Sanierung einzuleiten. Das Amtsgericht Düsseldorf folgte einem Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung.

Im Dormacenter stehen zahlreiche Läden leer, sind (fast) nur noch das chinesische Restaurant „Asia Star“ und das Spielcasino ein Anziehungspunkt für Kunden. Das soll sich bald ändern. Wie einer Pressemitteilung der „Reii – Development AG“, dem Besitzer und Betreiber der Immobilie, zu entnehmen ist, soll das Dormacenter „mittels eines Sanierungsplans umfassend revitalisiert“ werden. Das Multifunktions-Einkaufszentrum umfasst ein Fachmarktzentrum, Gastronomie und ein Multiplex-Kino auf einer Gesamtnutzfläche von über 10.000 Quadratmetern sowie einer Tiefgarage.

Viele Monate gab es Kommunikationsschwierigkeiten mit Mietern wie „Dein Kino“ sowie ein ständiges „Ausbluten“ des Angebots, nachdem Ende 2016 Aldi und später Rossmann ausgezogen waren. Nun tut sich was im einstigen Vorzeigeobjekt, dem am Stadteingang von der B 9 aus große Bedeutung zukommt. Nun folgte „das Amtsgericht Düsseldorf einem entsprechenden Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung“, so heißt es in der Mitteilung. „Diesen Antrag hatte der neue Sanierungsvorstand Markus Küthe von Kluth Rechtsanwälte „für die insolvente Eigentümerin und Betreiberin des Einkaufszentrums, die Reii – Development AG,“ zuvor gestellt.

„Nach zwei verlustreichen Jahren aufgrund des Abganges wesentlicher Mieter ist eine Sanierung zwingend erforderlich“, fasst Küthe, der mit Einleitung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung zum Sanierungsvorstand bestellt wurde, die aktuelle Lage zusammen. „In der Eigenverwaltung sollten wir nunmehr zügig sowohl Gespräche für einen Sanierungsplan aus einem Guss bündeln als auch einen Investor mit Gestaltungswillen identifizieren können“.

Ein solcher Sanierungsplan, der „einen Neuanfang des Centers als Eckpfeiler der Stadtentwicklung in einer gefragten, neu zugeschnittenen Immobilie ermöglichen soll“, so die am Donnerstag versandte Nachricht, wird letztendlich vom zuständigen Amtsgericht überprüft und festgestellt. Wie die Sanierer mitteilen, bleibt das Anfang des Jahrtausends eröffnete Dormacenter im Interesse der Kunden wie auch der Gäste des Jugend-Cafés „Sprung(s)chance“ des Internationalen Bundes weiter geöffnet. Das Multifunktions-Einkaufszentrum war vom heutigen Besitzer vor gut zehn Jahren aufwendig umgebaut und modernisiert worden.

Die Stadt Dormagen äußert sich zurückhaltend zu den Neuerungen, deren konkrete Auswirkungen noch unklar sind: „Wir nehmen die Entwicklung mit großem Interesse zur Kenntnis“, sagte Stadt-Pressesprecher Max Laufer auf Anfrage unserer Redaktion. „Wir werden bald Kontakt zum Sanierungsvorstand Markus Küthe aufnehmen“, beschreibt er das weitere Vorgehen. Mehrfach hatte Bürgermeister Erik Lierenfeld in den vergangenen Monaten deutlich gemacht, dass eine Verbesserung der Lage im Dormacenter, die viele Dormagener als trostlos empfinden, wünschenswert sei.

Das Amtsgericht Düsseldorf hat Rechtsanwalt Michael Bremen von Pluta Rechtsanwalts GmbH aus Düsseldorf zum vorläufigen Sachwalter bestellt. Der neue Sanierungsvorstand Markus Küthe ist für die Kanzlei Kluth Rechtsanwälte tätig, die auf Insolvenzrecht und Restrukturierungsfragen spezialisiert ist. Zu ihren Mandanten zählen in- und ausländische Unternehmen, darunter internationale Großkonzerne genauso wie mittelständische Unternehmen. In den Eigenverwaltungsverfahren der SinnLeffers GmbH sowie der Gärtner Pötschke GmbH verantwortete Markus Küthe zuletzt als stellvertretender Sanierungsgeschäftsführer den insolvenzrechtlichen Teil aller Sanierungsprojekte.

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