Dormagen: Eine Fotoaktion für Opfer von Gewalt

Dormagen: Eine Fotoaktion für Opfer von Gewalt

Werbung für das Hilfetelefon: Die Gleichstellungsbeauftragte Anja Stephan traf gestern zahlreiche Dormagener, die bereit waren, sich mit Gewaltopfern solidarisch zu erklären.

Auf das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" machte gestern die Gleichstellungsbeauftragte Anja Stephan mit einer besonderen Aktion auf dem Rathausplatz und der Umgebung anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen, der heute begangen wird, aufmerksam: Sie sprach Leute an, sich mit einem Banner fotografieren zu lassen, um ihre Solidarität mit Gewaltopfern zu zeigen.

"Wir versuchen, so viele Menschen wie möglich davon zu überzeugen, dass sie dabei mitmachen", erklärte Stephan, die gleich beim Stand der Bürgerstiftung Dormagen fündig wurde: Vorsitzender Martin Voigt, Gabriele Böse und Gabriele Schirdewan, beide Mitglied im Stiftungsrat, und Biagio Chiara von der Pizzeria "Paparazzi" machten gern mit. "Opfer von Gewalt brauchen unsere Unterstützung", sagte Voigt. Auch ein Brautpaar ließ sich - kurz vor seiner Hochzeit im Standesamt im Historischen Rathaus - auf einem Foto verewigen.

Wie immer bei Straßen-Umfragen und -Aktionen waren nicht alle Angesprochenen zum Mitmachen bereit. "Aber wir wollen viele Passanten ansprechen, um auch das kostenlose Hilfetelefon noch bekannter zu machen", erläuterte Anja Stephan, die für die erstmals in dieser Form in Dormagen organisierten Foto-Aktion ein Banner zur Kampagne "Wir brechen das Schweigen" anfertigen ließ. Außerdem verteilte sie kleine Zettel mit der Hilfetelefonnummer.

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Alle, die ein solch unterstützendes Zeichen setzen wollten, wurden mit dem Banner fotografiert. "Zeigen Sie gewaltbetroffenen Frauen damit, dass sie in ihrer Situation nicht allein sind, sondern Unterstützung von vielen Mitmenschen erfahren können", appellierte Stephan an die Passanten.

Beim Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" (08000 116016) können sich Opfer anonym und vertraulich an diese Beratungsstelle wenden - und zwar kostenlos und rund um die Uhr. Die Fotokampagne in Kooperation mit dem Bundesfamilienministerium sollte dazu beitragen, den Frauen Mut zu machen, den ersten Schritt aus dem Gewalt-Teufelskreis zu wagen. Den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen gibt es seit 1999.

(NGZ)