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Dormagen: Einbrüche: Schulen meist schutzlos

Dormagen : Einbrüche: Schulen meist schutzlos

In der dunklen Jahreszeit und in den Ferien werden auch Schulen zu einem beliebten Einbruchsobjekt. Gestohlen werden zumeist technische Geräte. Über Maßnahmen wird diskutiert. Doch viele Schulleiter zeigen sich ratlos.

Niemand hat den Täter bemerkt, der sich in der Nacht vom 21. auf den 22. Juli in die Förderschule Am Chorbusch einschließen ließ. Niemand hat ihn gehört, als er die Tür zum Schulsekretariat auftrat. Niemand hat ihn gesehen, als er mit dem Tresor aus dem Fenster türmte. So blieb der Polizei nur die Rekonstruktion des Einbruchs in die Schule zu Beginn der Sommerferien. "In dem Tresor, der gestohlen wurde, war Geld vom Schulfest", sagt Schulleiterin Gabi Fritz, "eine runde Summe."

Dass insbesondere in der dunklen Jahreszeit und in den Ferien auch in Schulen eingebrochen wird, ist der Polizei ein altbekanntes Problem. "Meistens hebeln die Täter Fenster oder Türen auf", sagt Polizeisprecher Hans-Willi Arnold. Das Diebesgut: "Laptops, Projektoren, technische Geräte."

Drei Jahre hintereinander ist in die Förderschule Am Chorbusch eingebrochen worden. Es gibt viele dunkle Ecken. Schulleiterin Gabi Fritz vermutet, dass es sich um Beschaffungskriminalität handelt, Drogensüchtige auf der Suche nach Kleingeld. Über Maßnahmen, sich vor den Einbrüchen zu schützen, ist an der Schule bereits diskutiert worden: Alarmanlagen, Bewegungsmelder — "unser Budget ist aber nicht sehr groß, und im städtischen Haushalt ist auch kein Geld".

Auch andere Schulen sind betroffen. Insbesondere in unübersichtlichen Ecken wie dem Willy-Brandt-Platz in Bahnhofsnähe, wo mit dem Berufsbildungszentrum, der Hermann-Gmeiner-Schule und dem Bettina-von-Arnim-Gymnasium gleich drei Schulen ein Dreieck bilden, ist die Einbruchsgefahr groß. "Wir werden regelmäßig heimgesucht", seufzt Claus Woitschützke, stellvertretender Schulleiter am Berufsbildungszentrum in Dormagen. Schon zwei Mal ist dort in diesem Jahr eingebrochen worden.

Die Täter steigen meist durch das hintere Fenster ins Sekretariat ein. Neben gestohlenen Beamern und Notebooks klagt Woitschützke über Vandalismus. Erschrocken sei er über die Zerstörungen. Über die Einrichtung von Kameras sei in der Schulkonferenz schon diskutiert worden. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. In der Realschule Hackenbroich sind längst Alarmanlagen installiert. "Wir hatten in den vergangenen vier Jahren zwei Einbrüche", sagt Schulleiter Alois Moritz. Kameras einzusetzen wäre schwierig, das Gelände sei groß.

Resigniert zeigt man sich inzwischen an der Erich-Kästner-Schule, nachdem dort zum wiederholten Male die Computer gestohlen worden sind. Auf der Internetseite heißt es: "Da die Laptops schon einmal Ziel eines Einbruches waren und auch die Sachbeschädigung (Türen, Schränke, Fenster) wieder sehr hoch war, haben wir uns nun entschlossen, keine Laptops mehr anzuschaffen."

(NGZ)