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Dormagen: Ein verbindendes Fest

Dormagen : Ein verbindendes Fest

Beim Sommerfest des Integrationsrats feierten am Sonntag Menschen aller Kulturen zusammen. Nicht nur kulinarisch ging es dabei vielfältig zu.

Rindfleisch, Tomaten und Peperoni brutzeln im Fett der Blechpfanne. Ein herzhafter Duft steigt in die Nase. "Wenn Sie einmal probiert haben können Sie nicht mehr davon lassen", verspricht Alparshan Güden (38), wickelt Fleisch, Salat und Gemüse in einen dünnen Fladen.

Güden ist Mitglied im Verein Türkischen Jugend (TJ) Dormagen. Am Stand seines Vereins bereitet er das traditionelle zentralanatolische Gericht zu. Es ist nur eines von Vielen auf dem Sommerfest des Integrationsrates.

Das fand gestern auf der Sportanlage der Realschule an der Beethovenstraße statt. Mehr als 20 Vereine und Einrichtungen beteiligen sich erneut an dem umfangreichen Programm, informieren über ihre Arbeit oder präsentieren die kulinarischen Besonderheiten ihrer Heimat.

So auch Faisal Farah (33). Bei ihm gibt es — als ostafrikanische Besonderheit — gegrillte Spieße. Darauf steckt Rindfleisch, Scampis oder Strauß. "Am besten schmeckt eigentlich Antilope ", sagt Farah und grinst. Antilopenfleisch habe es beim Großhändler aber nicht gegeben. Umrollt wird das Fleisch dann mit Chapati — einem Brot aus Weizenmehl.

Würzig geht es bei Stella Pathrose-Fiedler (67) zu. Die Inderin verkauft Reis, Chicken-Cross und Kichererbsen mit Cocosmilchsauce. "Traditionelles Indisches Essen ist sehr gesund für den Körper", sagt sie.

Zwei Schritte weiter gibt es bei Elke und Mustafa Slimani marokkanische Spezilitäten. Etwa Gebäck mit Orangenblütenwasser und Mandeln. Dazu marokkanischer Tee — ein erstaunliches Getränk, hergestellt aus frischen Minzblättern, die mit grünem Tee aufgegossen werden. Trinken soll man den, wenn er noch heiß ist. "Marokkanischen Tee muss man schlürfen", sagt Elke Slimani. Das Ergebnis überrascht: Obwohl der Tee noch dampft, fühlt es sich so an als kühle er den Körper.

Bei den Temperaturen des Sommerfestes ist das auch dringend nötig. Ohne eine Wolke verstreicht der Tag auf der Sportanlage. Die Stadtbücherei bietet kleinen Kappen zum selber basteln als Sonnenschutz an. Das Fußballturnier wird zur schweißtreibenden Betätigung. Auch für die "Politik-Elf", eine Mannschaft aus Dormagener Politikern, die gegen eine Auswahl des Integrationsrats antritt und verliert.

Zeitgleich können die Gäste Tänze aus unterschiedlichen Kulturen erleben. Später spielt die Schulband "Bad Taste" des Leibnitz-Gymnasiums — bestehend aus drei deutschen und zwei türkischen Jugendlichen. Zum Abschluss sorgt "Late Season" für Party-Stimmung.

Ralf Ooster (57), Geschäftsführer des Integrationsrats, ist jedenfalls zufrieden. "Wir haben eine Begegnungsstätte für verschiedene Kulturen geschaffen", sagt er. "Es war wieder ein fröhliches Miteinander und eine Annäherung zwischen Migranten und Deutschen."

(NGZ)