Dormagen/Kaufbeuren: Ein Musical für Kaiman Sammy

Dormagen/Kaufbeuren: Ein Musical für Kaiman Sammy

Vor 17 Jahren sorgte Brillenkaiman Sammy für Aufregung und brachte Dormagen bundesweit in die Schlagzeilen. Noch immer ist das Krokodil aus dem Straberger See Thema. Im bayerischen Kaufbeuren derzeit als Kinder-Musical.

Cornelia Lill hat lange mit ihrer Klasse geprobt. Seit Pfingsten 2010 mindestens eine Stunde pro Woche. Lieder wurden geübt, Kostüme erstellt. Seit den Osterferien wurde der Stress für Schüler, die Grundschullehrerin und Eltern stetig mehr. Vorige Woche war es dann so weit: Die Chorklasse der Schraderschule im bayerischen Kaufbeuren brachte das Musical "Sammy" auf die Bühne.

Erzählt wurde während der insgesamt zwei Aufführungen die Geschichte des berühmten Brillenkaimans Sammy, der 1994 sein Unwesen im Straberger See trieb und Dormagen damit bundesweit in die Schlagzeilen brachte. Selbst 17 Jahre nach den spannenden Tagen der spektakulären Suche taucht Sammy immer wieder auf. "Ich habe im Internet nach einem geeigneten Musical für unsere Chorklasse gesucht", sagt Cornelia Lill. Dort war sie schnell auf "Sammy" gestoßen. Überrascht war sie später, als sie erfuhr, dass das Musical auf einer wahren Geschichte rund um ein Dormagener Baggerloch basiert.

Das Musical beleuchtet die Beziehung zwischen Mensch und Tier aus der Sicht des kleinen Krokodils Sammy, der seinem Besitzer damals beim Schwimmen im Straberger See von der Leine verschwand. Veronika te Reh und Wolfgang Könen haben die Dormagener Geschichte damals verfolgt und später als scherzhaftes, aber lehrreiches Kinder-Musical umgesetzt.

Auch in Dormagen wurde das Stück bereits auf die Bühne und sogar im Rahmen eines Stadtfestes vor das Historische Rathaus gebracht. "Die Schüler waren von der Geschichte begeistert", fasst Cornelia Lill zusammen. Auch ihre Musical-Aufführung war ein voller Erfolg, wie die Allgäuer Zeitung berichtete. Sammy selbst bleibt von all dem Rummel um sich und seine Tage im Baggersee unbehelligt. Er lebt in einem Krokodil-Zoo im hessischen Friedberg.

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Damals, als Sammy seinem Besitzer entwischte, war er gerade einmal 80 Zentimeter groß, lebte in der heimischen Badewanne von Jörg Zars. Seinem Brillenkaiman wollte er bei sommerlichen 32 Grad im Schatten lediglich eine Abkühlung gönnen. Der kurze Ausflug wurde im ganzen Land in der politiklosen Zeit zum Sommerloch-Thema Nummer eins.

Das Dormagener Ordnungsamt ließ den "Strabi" sperren. Eine Woche lang blieb Sammy unentdeckt, trotz Suche mit Schlauchbooten, Nachtsichtgeräten, Suchscheinwerfern, Gewehren und Netzen von Polizei und Feuerwehr. Journalisten campierten am Baggersee.

Der Kaiman schaffte es sogar in die Tagesthemen der ARD, bevor er vom Detmolder Taucher Helmer Reineke mit bloßen Händen gefangen wurde.

(NGZ)
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