Dormagen: Ein Löschfahrzeug voll mit feiner Technik

Dormagen: Ein Löschfahrzeug voll mit feiner Technik

380.000 Euro kostet das Einsatzfahrzeug des Löschzugs Hackenbroich. Es weist Besonderheiten auf, die Klaus Schiefer erklärt.

DORMAGEN Es ist der jüngste Zugang der Feuerwehr Hackenbroich: Gewaschen, geputzt und als Koloss mit Hightech pur steht das neue Löschgruppenfahrzeug an der Dorfstraße. Stolz präsentiert Klaus Schiefer, Leiter der Abteilung Technik, das 286 PS starke und 14,5 Tonnen schwere Gefährt. Es gehört zur umfangreichen Einsatzflotte der Feuerwehr Dormagen. Die Stadt investiert in diesem Jahr fast drei Millionen Euro alleine in Fahrzeuge.

1 Zwei "Gully-Eier", mit ihnen wird das Einfließen von Schadstoffen verhindert. Foto: Klaus D. Schumilas kds

Hinzu kommen bis 2019 weitere vier Millionen Euro, die in Gebäude fließen. Neue Fahrzeuge gehen in diesem Jahr noch an die Einheiten in Straberg, Stürzelberg und in Mitte. Es ist kein 08/15-Fahrzeug, mit dem die maximal neunköpfige Besatzung zu Einsätzen fährt. Die Besonderheiten an diesem 380.000 Euro teuren Wagen liegen im Detail, wie Schiefer erklärt. Nur in zwei der 16 Löschgruppenfahrzeuge befindet sich zum Beispiel eine Rettungssäge an Bord, eine Schenkung der Firma Michelin, mit der Blechwände ebenso aufgeschnitten werden können wie Teerpappen.

2 Der Defibrillator gehört zur Standardausrüstung in jedem Fahrzeug. Foto: Klaus D. Schumilas kds

Sie ergänzt die sogenannte standardmäßige Säbelsäge, mit der die Einsatzkräfte Leitplanken öffnen können oder Frontscheiben von Autos zerschneiden. Fahrer und Beifahrer des Fahrzeugs, das als erste am Einsatzort eintreffen wird, holen sich wesentliche Informationen über ein iPad: "Dort bekommen sie auf der Fahrt zum Einsatz sofort die Lage von Hydranten oder Gasleitungen angezeigt", sagt Schiefer, "ebenso Straßensperrungen." Vom iPad aus kann auch eine Rundum-Beleuchtung eingeschaltet werden, und per Suchscheinwerfer können zum Beispiel Hausnummern besser erkannt werden.

3 Feuerwehrleute sind auch Ersthelfer - dank des Notfall-Rucksacks. Foto: Klaus D. Schumilas kds
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Wenn die sieben Feuerwehrleute hinten einsteigen, können sie sofort in eine Art Rucksack schlüpfen, an dem ein Sauerstoffgerät hängt. Zur Eigensicherung gibt es auch einen "Bewegungslos-Melder" für den Fall, dass eine Einsatzkraft in eine gefährliche Situation geraten ist, oder eine Rettungsschere, um sich befreien zu können, wenn man irgendwo hängenbleibt. "Alles ist moderner geworden. Aus der normalen Feuerwehr-Axt ist ein tolles, multifunktionales Gerät geworden.

4 Bis auf eine Höhe von 1,40 Metern kann die Akku-Lampe ausgefahren werden. Foto: Klaus D. Schumilas kds

Das Vorgängermodell des neuen Löschgruppenfahrzeugs stammte aus dem Jahr 1985. "Es bekam zwar noch mal TÜV, aber es hatte nicht mehr den Stand moderner Technik", so Schiefer. Im Internet werden diese und andere altersschwache Fahrzeuge versteigert. Die gehen dann oft ins osteuropäische Ausland, landen aber auch mal ganz in der Nähe, wie der Technik-Leiter erzählt: "Beim Summer-Jam am Fühlinger See in Köln steht ein ausrangiertes Einsatzfahrzeug, das der dortige Sicherheitsdienst ersteigert hatte.

5 Mit der Säbelsäge können Leitplanken oder Autoscheiben zerschnitten werden. Foto: Klaus D. Schumilas kds

" Klaus Schumilas

7 Nach dem Einsatz dient das Hygieneboard zum Waschen. Foto: Klaus D. Schumilas kds
(NGZ)