Dormagen: Ein Jahrhundert für Sicherheit

Dormagen : Ein Jahrhundert für Sicherheit

Dormagen Die Schweiß treibende Arbeit an der Handdruckspritze ist längst passé, doch die Grundidee ist geblieben: Vor 100 Jahren schlossen sich in Zons und Delhoven Bürger zusammen, um gemeinsam Schaden von Leib und Gut abzuwenden.

Dormagen Die Schweiß treibende Arbeit an der Handdruckspritze ist längst passé, doch die Grundidee ist geblieben: Vor 100 Jahren schlossen sich in Zons und Delhoven Bürger zusammen, um gemeinsam Schaden von Leib und Gut abzuwenden.

Auch ein Jahrhundert später bildet das Ehrenamt die tragende Säule des Brandschutzes, sind die beiden Löschzüge fest in ihren Orten verankert. Natürlich will die Feuerwehr die beiden besonderen Jubiläen mit den Bürgern groß feiern.

Die können übrigens zum Jubiläum etwas beitragen: "Wir suchen für unsere Ausstellung über die Geschichte der Feuerwehr in Zons noch Fotos oder Gerätschaften", erzählt Axel Hesseln. Der 35-Jährige ist seit Sommer 2007 Löschzugführer in Zons. Auch an der Chronik wird noch gearbeitet. "Wir gehen davon aus, dass die Feuerwehr 1908 gegründet wurde, es gibt aber auch Hinweise auf die Wehr von 1907", sagt Michael Thissen, der bei der Erstellung der Chronik unterstützt.

Brände in der Zonser Heide beschäftigten die Wehr ebenso wie Bauernhofbrände, und natürlich stellt die Zonser Altstadt mit ihren engen Straßen die Wehr auch heute vor Herausforderungen. "Wenn viele Touristen in Zons sind, ist es für die Feuerwehrleute schwierig, zunächst zum Gerätehaus neben dem Bürgerhaus zu kommen und dann mit den Einsatzfahrzeugen wieder hinauszufahren. Wir planen deshalb für den Löschzug einen neuen Standort außerhalb der Altstadt", erläutert Werner Rieck als Chef der Freiwilligen Feuerwehr Dormagen. Das derzeitige Haus weise zudem einigen Sanierungsbedarf auf. "Wir haben in den vergangenen Jahren viel in den Fahrzeugpark investiert, nun wollen wir die Gerätehäuser auf Vordermann bringen", so Rieck weiter.

Bei der Ausrüstung steht der Löschzug mit zwei neueren Löschfahrzeugen, einem Mannschaftswagen und einem Boot für den Rhein gut da. Die Personalstärke dagegen könnte besser sein: Die Sollstärke liegt bei 36 Aktiven, der Löschzug verfügt aber nur über 20 Ehrenamtler. Der "Nachwuchs" kommt laut Hesseln vor allem aus der derzeit 14-köpfigen Jugendfeuerwehr.

Die Ausstellung wird am 25. August in der Touristeninformation eröffnet. Der Höhepunkt der Jubiläumsfeiern ist vom 3. bis 5. Oktober.

Ein Gerätehaus-Bau ist auch für den zweiten Jubiläumszug - in Delhoven - vorgesehen. In Überlegung ist laut Löschzugführer Adam Schmitt der Umbau der heutigen Halle und der Neubau eines Sozialtraktes. "Der Schulungsraum reicht für unsere 27 Feuerwehrleute nicht, die Sanitäranlagen sind in schlechtem Zustand", schildert Schmitt. Schon mehrere Male hat die Wehr das Haus in Eigenleistung renoviert.

Zum Einsatz kommt der Löschzug nicht nur in Delhoven. "Mit dem Einsatzleitwagen rücken wir oft zu Bränden und Technischen Hilfeleistungen in der gesamten Stadt aus, im Jahr haben wir rund 110 Einsätze", erläutert Adam Schmitt.

Im Jahr 1908 gründeten 25 junge Männer die Wehr. Die drei Fahrzeuge im Gerätehaus heute bedeuten einen Quantensprung im Vergleich zu früher: Noch in den 50er Jahren rückte die Wehr mit einem Spritzenkarren aus. Ab 1960 sorgte ein Tragkraftspritzenfahrzeug in der Größe eines Kleinbusses für Mobilität. "In den 70er Jahren wurde die Wehr oft zu schweren Unfällen mit Toten und Verletzten auf der L 280 gerufen. Das war eine Raserstrecke", so Schmitt.

Das Manuskript für die Festschrift ist bereits fertig. Der Löschzug plant ebenfalls eine Ausstellung ab dem 16. Mai in der Sparkassen-Filiale im Ort. Vom 30. Mai bis zum 1. Juni wird das Jubiläum mit einem ganzen Veranstaltungsreigen begangen.

(NGZ)