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Dormagen: Ehrung braucht neues Konzept

Dormagen : Ehrung braucht neues Konzept

Analyse Bei der Sportlerehrung der Stadt standen die Hauptpersonen im Hintergrund. Die insgesamt langatmige Veranstaltung benötigt dringend eine neue Konzeption, die den Athleten besser gerecht wird.

Eine Woche nach dem Insolvenz-Antrag der Bundesliga-Handball des DHC-Handballer bewies Dormagen, dass es den Titel "Sportstadt" nach wie vor zu Recht tragen darf. Bei der Sportlerehrung der Stadt am Mittwoch Abend im TSV-Center erhielten 28 Sportler den Beifall der rund 500 Besucher, die im vergangenen Jahr fleißig Titel auf nationaler und internationaler Ebene gesammelt haben. Abgerundet wurde die dreistündige Veranstaltung von der Sympathie-Wahl per Internet-Voting zum "Sportler des Jahres". Die meisten Online-Klicks erhielten die beiden Wassersportler Anna Faber und Michel Hasselwander.

Wer gehofft hatte, etwas Persönliches über die Top-Sportler zu erfahren, über die nackten Erfolge hinaus, wurde allerdings enttäuscht. Dort zeigte sich der große Schwachpunkt dieser Ehrung: Sie wird den Sportlern nicht gerecht. Die 40 Nominierten, von denen zwölf (vornehmlich Fechter des TSV Bayer) aus nicht genannten Gründen fern blieben, standen etwas verloren in der Halle herum und durften am Ende ein Handtuch der Stadt als Präsent mit nach Hause nehmen. Dass die beiden Moderatoren – mit Sport-Service-Leiter Bernd Lewerenz und Sportverbands-Chef Claus Radke formal zwei lokale Sportexperten – sich gleich mehrfach bei den Namen der Sportler versprachen, war peinlich – ebenso wie dem Drittplatzierten Simon Fuhrmann einen Bruder anzudichten, der angeblich auch zu den Nominierten gehört – dabei handelte sich aber um dessen Schwester Melissa.

Das Konzept der insgesamt langatmigen Sportlerehrung gehört dringend überarbeitet. Diejenigen, um die es geht, müssen deutlicher in den Mittelpunkt rücken. Ein professionellerer Moderator könnte für mehr Unterhaltung und Schwung sorgen. Welcher Zuschauer hätte beispielsweise nicht gerne etwas über den Sportler des Jahres, Michel Hasselwander, erfahren, der mit Strohhut, Bermuda-Shorts und Flip-Flops erschienen war? Auch organisatorisch ist Verbesserung möglich: Bürgermeister-Vize Hans Sturm und Sportausschuss-Vorsitzender Detlev Zenk mussten die Handtücher selbst stapelweise tragen, die ihnen bei der Gratulationscour vor den Sportlern prompt zum Teil zu Boden fielen. Ferner waren die Umbaupausen viel zu lang. Warum die Veranstaltung statt um 19 Uhr erst 25 Minuten später begann, wurde dem Publikum auch nicht verraten.

Das wurde immerhin mit einigen sehenswerten Aufführungen entschädigt. Dazu gehörte neben der Akrobatiktruppe "Nos Ipsi" vor allem das Bundesliga-Turn-Team aus Köln, mit der Olympia-Kandidatin Angela Rheinbay und der talentierten Sarah Voss, Tochter der Dormagener Feuerwehrchefin. Klasse war auch die Demonstration der beiden Athletinnen des AC Ückerath, Laura Mertens und Nina Hemmer, die für ihr eindrucksvolles "Zeitlupenringen" viel Beifall erhielten.

(NGZ/url)