Dormagen: Ehrenamtler schenken jede Menge Zeit

Dormagen : Ehrenamtler schenken jede Menge Zeit

Alexa Neuhaus arbeitet als Seniorenberaterin beim Diakonischen Werk und kümmert sich mit um die Weihnachtsfeier für Alleinlebende.

Kaffee und andere Getränke, Plätzchen, Servietten, Deko - das stand auf der Einkaufsliste von Alexa Neuhaus. Die 32 Jahre alte Kölnerin ist seit 15 Monaten als Seniorenberaterin beim Diakonischen Werk Rhein-Kreis Neuss tätig und in diesem Jahr hat sie sich gemeinsam mit Ingrid Freibeuter um die Organisation der Weihnachtsfeier gekümmert. Das hatte Alleinlebende zum 25. Mal für den Heiligabend in den Pfarrsaal der Kirche St. Josef in Delhoven eingeladen. "Am Donnerstag haben wir bereits alles eingedeckt", erzählt die junge Frau, die begeistert von dem Engagement der vielen ehrenamtlichen Helfer spricht.

"Sie opfern ihre Freizeit, um mit denjenigen zu feiern, die zu Hause einsam wären." 38 Alleinlebende hatten sich angemeldet und die konnten einen "Komplett-Service" in Anspruch nehmen. Denn nicht nur das Diakonische Werk ist an der Feier beteiligt. "Der Caritasverband ist mit im Boot, das Deutsche Rote Kreuz und die Arbeiterwohlfahrt bieten einen Fahrdienst an", sagt Neuhaus, deren eigentliche Aufgabe es ist, ältere Menschen zu beraten.

Alexa Neuhaus arbeitet seit September 2015 beim Diakonischen Werk als Seniorenberaterin. Foto: Georg Salzburg

So zum Beispiel, wenn sie Hilfsmittel für ihr Zuhause oder Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen benötigen. An ihrem Job gefällt der Kölnerin vor allem, dass sie über einen längeren Zeitraum Kontakt mit den Menschen hat. Denn zuvor hatte sie beim Sozialdienst der Kliniken Köln gearbeitet und dort nur Kontakt zu den Patienten, so lange sie eben im Krankenhaus waren.

800 Euro stehen für die Feier zur Verfügung. Das Menu wird von der Gaststätte "Haus Gladbach" vorbereitet und zum Teil gesponsert. "Sie nehmen nur fünf Euro pro Person", sagt Neuhaus. Aufgetischt wurden Schweine- und Rinderbraten mit Kartoffeln, Rotkohl und Gemüse. Die Gäste freuten sich aber nicht nur über das klassische Weihnachtsessen, sondern auch über das Rahmenprogramm mit viel Musik. Familie Zirwes aus Delhoven spielte Weihnachtslieder auf Gitarre, Geige, Cello und Flöte.

Zudem musizierten Ferdinand Neuhaus (Klavier) und Siegrun Graaf (Querflöte). Zwischendurch lasen die Ehrenamtler Weihnachtsgeschichten vor. Monika Komassa war zum dritten Mal bei der Weihnachtsfeier: "Ich komme gerne hierhin. Es ist immer ein schönes Miteinander." Maria Klus hatte vor sechs Jahren in der Zeitung von der Veranstaltung gelesen: "Mein Mann war da gerade gestorben. Hier sind alle so freundlich, so dass ich seitdem jedes Jahr wieder komme. Viele Leute trifft man hier immer wieder. Ich freue mich auf den Nachmittag", sagt die 71-Jährige.

Ottmar Pieper, Organisator und Moderator des Nachmittags, war zufrieden. "Viele Alleinstehende kommen regelmäßig und sind quasi Stammgäste", sagt er. Auch die Ehrenamtler sind oft schon jahrelang dabei, Uli Drosten etwa seit fünf Jahren: "Ich möchte Alleinlebenden helfen und habe immer ein gutes Gefühl, an Heiligabend etwas Sinnvolles zu tun." Erstmalig hilft Gaby Brodowski bei der Veranstaltung: "Wir Ehrenamtler schenken das Kostbarste, was wir haben, nämlich unsere Zeit."

(NGZ)