Dormagen: Ehemann erschießt Nebenbuhler

Dormagen : Ehemann erschießt Nebenbuhler

Eifersuchtsdrama in Delrath am Sonntagnachmittag: Ein 44 Jahre alter Kölner erschießt in einer Wohnung den Liebhaber seiner Frau (22). Der Täter flieht, stellt sich dann jedoch der Polizei und gesteht.

Eine ruhige Straße in einem kleinen Ort — eine Adresse, wie sie normaler nicht sein kann. Doch am Sonntag geschieht, was die Menschen in der Nachbarschaft noch Stunden später auf die Straße treibt. Fassungslos sehen sie zu, wie um Punkt 20.30 Uhr ein silberner Leichenwagen an dem Haus mit der hellen Fassade vorfährt.

Von der Tat selbst hat am Nachmittag niemand etwas bemerkt. Vermutlich am Mittag oder frühen Nachmittag muss ein 44 Jahre alter Mann aus Köln dort den Liebhaber seiner 22 Jahre alten Frau mit mehreren Schüssen getötet haben. Eine Nachbarin (22), die im gleichen Haus wohnt, ist fassungslos: "Der Mann hat noch vor einigen Wochen geholfen, die Wohnung zu renovieren." Ein dickerer Typ — so beschreibt sie den Täter. Ein anderer Nachbar sekundiert: "Ja, das war ein dicker Brocken." Die 22-Jährige sei unscheinbar gewesen. Seine Frau habe oft den Putzdienst für sie übernommen.

Die Polizei erfährt von der Tat erst durch die Ehefrau des Täters. Gegen 15.30 Uhr geht bei der Leitstelle der Polizei im Rhein-Erft-Kreis ein Notruf ein. Die 22-Jährige meldet sich aus einem Hotel in Frechen. Ihr Ehemann, so gibt sie an, habe ihren Freund in einer Wohnung in Delrath erschossen. Wo sich ihr Mann aufhalte, wisse sie nicht. Vermutlich sei er auf der Flucht. Sofort wird ein Großeinsatz ausgelöst: Polizeibeamte und Rettungswagen fahren gleichzeitig nach Delrath und Frechen. Dort stoßen die Polizisten in einem Hotel im Gewerbegebiet Kölner Straße auf die junge Frau. Sie steht unter Schock, Notfallseelsorger kümmern sich um sie.

Wo sich der mutmaßliche Täter aufhält, ist zunächst unbekannt. Nach der Tat soll er seine Frau zunächst ins Hotel gebracht und sich dann abgesetzt haben. Ziel unbekannt. Die Polizei löst eine Fahndung aus. Gesucht wird ein schwarzer Sportwagen mit Kölner Nummer. Von einem Mercedes Cabrio spricht eine Nachbarin. Später wird der Einsatz gestoppt: Der Tatverdächtige stellt sich in Köln in den frühen Abendstunden der Polizei. Gegenüber den Beamten gibt er an, den Freund seiner Frau erschossen zu haben.

Unterdessen hat die Polizei in Dormagen die Wohnung des Opfers ausfindig gemacht. Die Jalousien vor den Fenster sind runtergelassen. Dort entdecken die Beamten einen Toten mit mehreren Schussverletzungen. Im Polizeibericht liest sich das später so: "Anhand der vorgefundenen Situation ist von einem Tod durch äußere Gewalteinwirkung auszugehen." Bis in den späten Abend bleibt die Gegend um den Tatort weiträumig abgesperrt. Die Polizei sichert Spuren in der Wohnung und an der Leiche. Erst danach wird ein Bestatter gerufen, der den Toten zur weiteren gerichtsmedizinischen Untersuchung abtransportiert. Auch im Hotel in Frechen werden Spuren gesichert.

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf und die Kreispolizei Neuss nehmen die Ermittlungen auf. Obwohl der mutmaßliche Täter schnell gefasst ist und festgenommen wird, will Polizeisprecher Bernd Schmutzler zunächst keine weiteren Angaben zu Motiv oder Tathergang machen: "Wir stehen mit den Ermittlungen noch ganz am Anfang." Heute wollen Polizei und Staatsanwaltschaft weitere Einzelheiten bekanntgeben.

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(NGZ)
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