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Edith Prömpler wird Chefin und eröffnet "Kleines Café" in Dormagen-Delhoven

Gastronomie in Dormagen : Den Traum von eigenen Café erfüllt

Edith Prömpler war fünf Jahre Angestellte im „Kleinen Café“ in Delhoven, ehe sie jetzt in die Chefrolle wechselte und am Samstag eröffnet.

 Sie tritt auf eine ganz und gar sympathische Art den Beweis an, dass sich Kontinuität und neue Ideen im Gastgewerbe auf das Beste verbinden lassen. Am heutigen Samstag wird alles bereitet sein. Dann geht ein Traum für Edith Prömpler in Erfüllung, ist eine Woche mit allen Renovierungsmühen beendet, und das „Kleine Café“ an der Klosterstraße in Delhoven empfängt wieder seine Gäste. Mittendrin zwischen den Ausflugszielen Tannenbusch und Kloster Knechtsteden gelegen, ist diese ausgefallene Lokalität überhaupt nicht zu übersehen. Tagtäglich ist das Café geöffnet, und das ist schon einmal eine Besonderheit für einen Ortsteil dieser Größe.

Eine Menge anderer Spezialitäten kommt hinzu, die freilich oft an das bisher Gewohnte anknüpfen. So bleiben die beliebten Cup-Cakes natürlich im Programm. „Wir haben viel modernisiert“, berichtet die Mitdreißigerin Edith Prömpler, die 20 Jahre gastronomische Berufserfahrung aufweist und bereits fünf Jahre an dieser Stelle gearbeitet hat. Da hieß das Haus noch Sugarbird Cupcakes Café.

Sie ist die neue Betreiberin im Delhovener „Kleinen Café“: Edith Prömpler. Foto: Georg Salzburg (salz)

Dort hatte Annette Rosa Marques, die die kleinen Kuchen-Kunstwerke in London entdeckt hatte,  2013 das „Kleine Café“ als ihr drittes Geschäft übernommen, wo sie Cupcakes und Macarons, Frühstück, Torten und Kuchen angeboten hatte.

Edith Prömpler ist im niederschlesischen Neurode geboren und erinnert sich noch sehr gut an ihre Großmütter. Eine konnte backen, die andere vorzüglich kochen. „Gastronomie ist mir in die Wiege gelegt worden“, geht sie bis in die ganz frühen Anfänge zurück, als das eigene Café schon ihr großer Traum war. Mit der Aushilfe als 16-Jährige in einer Dormagener Imbissbude fing alles an, dann war es im selben Ort das Café Limit, ein Brauhaus schloss sich an. Ihre Lehre als Gastronomie-Fachfrau hat sie in einem Hotel am Dormagener Bahnhof absolviert.

Die Mutter von zwei Kindern (13 und 16 Jahre) ist von Natur aus neugierig. Hinzu kommt die Offenheit für alles Wissenswerte im Gewerbe. Pläne schmiedet sie, wenn sie von etwas überzeugt ist, und sie handelt oft genug nach Bauchgefühl. „Was ich mir in den Kopf gesetzt habe, das ziehe ich auch durch“, lässt die resolute neue Inhaberin des „Kleinen Cafés“ unmissverständlich wissen. Für Hobbys bleibt bei ihren mit Arbeit vollgestopften Tagen kaum Zeit. Viel lieber feilt sie an ihrer Geschäftsidee, und die kreist eindeutig um das zu schaffende Ambiente im Café. Nicht zuletzt pflegt sie dazu ihren anspruchsvollen Stil.

„Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, fügt die gelernte Gastronomie-Fachfrau entschlossen an, um eine Menge über ihr Selbstverständnis mitzuteilen. Mit Kunden hatte sie schon immer gern zu tun. Sie weiß: „Das Auge isst mit“, und deshalb legt sie Wert auf Attraktivität. Zu den pastellfarben gestrichenen Räume sind die beiden Außenterrassen und eine überdachte Terrasse sowie neue Möbel gekommen. Alles das beruht auf ihrem eigenen Einfallsreichtum.

Jedermann ist willkommen, der es bei gutem Essen und Trinken gemütlich haben will. Wie zu Hause soll er es hier haben und vielleicht sogar noch ein bisschen besser. Hektik wird es hier nicht geben. Natürlich müssen – und das erst recht in Coronazeiten – sämtliche Hygienevorschriften genauestens eingehalten werden. Dabei beeindruckt wiederum der Mut der jungen Gastgeberin, dass sie in diesen für die Gastronomie so harten Zeiten gegen den Strom schwimmt und entschlossen in Neues investiert hat.

Ihr Mitarbeiterteam, dessen Chefin sie über fünf Jahre im Vorgänger-Café gewesen ist, bleibt im Wesentlichen dasselbe. Das sind junge, erfrischend muntere und freundliche Kräfte, die das angenehme Klima auf ihre Art bereichern. Die Frage nach der Idee hinter dem Management der selbstbewussten Caféhaus-Wirtin erübrigt sich. Doch wenn sie sagt: „Ich weiß, was ich tue“, macht solch ein Motto doch nachhaltigen Eindruck.

Auch nach einer sehr anstrengenden Woche des Aus- und Einräumens sitzt sie sehr aufgeräumt gegenüber am Tisch. „Kundenwünsche erkennen und erfüllen“, darauf kommt es ihr an. Aus Kritik will sie lernen und es, wenn möglich, besser machen. „Gäste sind herzlich willkommen“, spricht sie das Selbstverständliche mit einer frappanten Lockerheit aus. „Sie sollen doch wiederkommen“, fügt sie lachend an. Eingetragen ist das Eröffnungsdatum: 8.8.2020.