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Dormagen: Durch zwei Jahrzehnte mit dem M&M-Theater

Dormagen : Durch zwei Jahrzehnte mit dem M&M-Theater

Sabine Misiorny und Tom Müller begeistern seit 1993 die Theaterbesucher. Bei zwei anderen Projekten in Dormagen führen sie Regie.

Mit der 300. Vorstellung ist Schluss. Endgültig. "Single sucht Single" wird am 25. Mai im Düsseldorfer Theateratelier Takelgarn zum definitiv letzten Mal von Sabine Misiorny und Tom Müller gespielt, die seit 2006 in Broich wohnen. "Wir sind langsam aus dem Alter raus, wie Zwanzigjährige einen Partner zu suchen", sagt Sabine Misiorny (52) lachend. Das Stück hat mit ihrem Mann Tom Müller (46) geschrieben und vor 19 Jahren als "M&M-Theater" auf die Bühne gebracht. "Jetzt sind uns die Figuren entglitten, nun wenden wir uns altersgerechteren Stücken zu", sagt die sympathische Theatermacherin. Nun gibt es "Candlelight und Liebestöter": "Da spielen wir ein Ehepaar mit einem 16-jährigen Sohn, das passt besser", ergänzt Tom Müller charmant.

Foto: Jazyk, Hans (jaz)

Mit dem selbst geschriebenen aktuellen Stück "Leckerbissen für zwei Herzen" blickt das "M&M-Theater jetzt auf zwei Jahrzehnte zurück, in denen es etwa 2000 Mal aufgetreten ist. Die erste Premiere war am 27. März 1993, seither haben die beiden Schauspieler, die sich 1990 beim Tourneetheater in Düsseldorf kennengelernt haben, weitere 20 erfolgreiche Stücke aufgeführt, darunter waren nur drei fremde Stoffe. Alle anderen Komödien stammen aus der Feder der beiden Broicher, die sich in Dormagen wohl fühlen. "Es ist wie ein Nach-Hause-Kommen, wenn wir hier auftreten: Die Zuschauer leben die Szenen mit – Dormagen hat das beste Publikum der Welt", beschreibt Müller die begeisterten Reaktionen in Dormagen, wo das "M&M-Theater" eine feste Größe beim Theatersommer Knechtsteden und in anderen Reihen des Kulturbüros ist. Meistens sind die Komödien der beiden mitreißenden Schauspieler sofort ausverkauft.

Der gebürtige Neusser hat seine Partnerin, die aus Wuppertal stammt, von seiner Heimat voll und ganz überzeugt: "Im lebensfrohen Rheinland lebe ich gern, in Broich ganz besonders", schwärmt Sabine Misiorny.

Gastspielreisen sollen bald der Vergangenheit angehören: "Wir wollen uns mehr auf das Schreiben von Stücken als auf das Aufführen konzentrieren", erläutert Müller. So haben beide den Bestseller "Pinguinwetter" von Britta Sabbag für die Bühne umgeschrieben. "Die Autorin und wir fiebern schon der Premiere im September in Wuppertal entgegen", sagt Misiorny. Es sei wunderbar, im Saal zu sitzen und zu sehen, was Regisseure und Schauspieler aus den eigenen oder den aufbereiteten Zeilen machen: "Da eröffnen sich uns auf einmal ganz andere Zugänge zu unseren eigenen Stücken", stellt Müller erfreut fest.

Sehr gern geben die Beiden Erfahrung, Wissen und Können weiter, so haben sie 2013 gleich zwei Dormagener Projekte als Regisseure übernommen: Mit dem "Galerie-Theater Zons" inszenieren sie den Thriller "Die Hölle wartet nicht" für den Theatersommer und mit der neu gegründeten Mundarttheatergruppe "Ückerather Schwadlappe" das Stück "Schau nicht unters Rosenbeet". "Das macht unglaublich Spaß, mit den beiden Gruppen so vertrauensvoll zu arbeiten", sagt Sabine Misiorny. Und in Dormagen wird es weiterhin neue Produktionen mit dem "M&M-Theater" geben, so Tom Müller: "Wir bleiben unseren Stammbühnen und unserem Publikum natürlich treu."

(NGZ/rl)