Düsseldorferin findet Riesen-Mammutzahn am Zonser Fähranleger

Am Fährenanleger : Riesen-Mammutzahn in Zons gefunden

Sonja Pilch machte die Entdeckung bei einem Spaziergang ganz in der Nähe des Fähranlegers. Der Stoßzahn wird inzwischen von einem Fachinstitut genauer untersucht.

So weit wie in diesem Sommer hat sich der Rhein schon lange nicht mehr in sein Bett zurückgezogen. Für Spaziergänger bietet sich dadurch die Möglichkeit, auch mal in Bereiche vorzudringen, die sonst in den Fluten verborgen bleiben. Sonja Pilch machte dabei jetzt einen alles andere als alltäglichen Fund. Die Schmuckhändlerin aus Düsseldorf, die an den Wochenenden oft mit ihrem Partner und ihren Hunden einen Ausflug nach Zons unternimmt, entdeckte dort vor einigen Tagen am Flussufer den Stoßzahn eines Mammuts. „Das war ganz in der Nähe des Fähranlegers“, berichtete sie am Freitag im Gespräch mit unserer Redaktion. Mit ihrem Partner schleppte sie das schwere Stück zum Auto.

Erst vor zwei Wochen hatte eine Kölnerin bei Stürzelberg einen knapp 25 Zentimeter großen Mammutzahn im Niedrigwasser am Rhein gefunden, den sie zunächst für einen schönen Stein gehalten hatte. Das Römisch-Germanische Museum in Köln hatte dann aber bestätigt, dass es sich um einen Backenzahn des Urzeittieres handelt.

Sonja Pilchs Entdeckung ist ein weitaus größeres Kaliber: Der Stoßzahn misst 1,30 Meter und wiegt stolze 25 Kilogramm. Zunächst habe sie gar nicht gewusst, an wen sie sich mit dem Stoßzahn habe wenden sollen.Über die Polizei sei sie an das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland gekommen. „Inzwischen ist der Zahn abgeholt worden. Er wird jetzt in einem Institut untersucht“, berichtet Sonja Pilch. Wenn diese Untersuchungen abgeschlossen sind, will sie sich erkundigen, was aus ihrer „Trophäe“ wird.

Dass die echt ist, hatten der Palöontologe Professor Thomas Martin von der Universität in Bonn und Erich Claßen, Leiter des Amtes für Bodendenkmalpflege, bestätigt. „Es ist ein Mammut-Stoßzahn aus der letzten Eiszeit“, meint Claßen. Er sei zwischen 10.000 und 60.000 Jahre alt.“ Martin hatte das Fossil bei Pilch im Garten begutachtet. „Das ist ohne Zweifel der Stoßzahn eines Mammuts“, meinte auch er. Das Besondere sei die Größe. „Ein Riesen-Ding, das muss schon ein stattlicher Bulle gewesen sein“, glaubt der Experte. Sonja Pilch habe sich richtig verhalten, urteilte er: „Solche besonderen Bodenfunde müssen gemeldet werden.“

Nicht auszuschließen, dass noch mehr Entdeckungen in dieser extremen Niedrigwasserphase am Rhein gemacht werden. gegraben werde jetzt am Zonser Fähranleger aber nicht, erzählt Sonja Pilch. Die Fachleute gingen davon aus, dass der Zahn vom Rhein mit der Zeit weitertransportiert worden sei, sein Fundort also nicht die Stelle war, an der das Mammut vor zehntausenden von Jahren verendet ist.

In Südostbayern, in Siegsdorf bei Traunstein, gibt es mit dem Mammutheum ein Museum, dessen Herzstück ein originales Mammutskelett ist. Es war 1975 bei Siegsdorf gefunden worden. Das Mammutheum zieht jährlich rund 50.000 Besucher an, die sich über den Urzeitelefanten und seine Lebensbedingungen informieren möchten. Mammuts lebten vor ungefähr 135.000 bis 11.000 Jahren in Europa, Asien, Afrika und Nordamerika.

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