Dormagen: DRK-Helferin gibt Tipps fürs Grusel-Gesicht

Dormagen : DRK-Helferin gibt Tipps fürs Grusel-Gesicht

Angelina Rothmann ist ehrenamtliche Mitarbeiterin beim Deutschen Roten Kreuz und schminkt Menschen für Notfalldarstellungen. Wunden und Verletzungen müssen realistisch aussehen – wie bei NGZ-Mitarbeiterin Sarah Sallen.

Angelina Rothmann ist ehrenamtliche Mitarbeiterin beim Deutschen Roten Kreuz und schminkt Menschen für Notfalldarstellungen. Wunden und Verletzungen müssen realistisch aussehen — wie bei NGZ-Mitarbeiterin Sarah Sallen.

NGZ-Mitarbeiterin Sarah Sallen (oben) wurde eine Risswunde und ein blaues Auge geschminkt. Zunächst wurde die Wunde mit Wachs modelliert (l.), dann verpasste Angelina Rothmann der NGZ-Mitarbeiterin noch ein blaues Auge (r.). Foto: LH

Auch Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) müssen lernen, wie man mit Verwundeten umgeht. Aus diesem Grund werden sogenannte Notfalldarstellungen geübt. Angelina Rothmann ist dann eine derjenigen, die die Verletzungen schminkt. "Das Schminken macht mir viel Spaß", sagt die 22 Jährige, "auch finde ich es gut, dass die Einsatzkräfte durch diese Übungen lernen, mit Wunden und Verletzten umzugehen."

NGZ-Mitarbeiterin Sarah Sallen (oben) wurde eine Risswunde und ein blaues Auge geschminkt. Zunächst wurde die Wunde mit Wachs modelliert (l.), dann verpasste Angelina Rothmann der NGZ-Mitarbeiterin noch ein blaues Auge (r.). Foto: LH

Schon früh hat sich Angelina Rothmann für Erste Hilfe interessiert. "Ich war während meiner Schulzeit im Sanitätsdienst des Leibniz-Gymnasiums und wir haben sogar an sogenannten Erste-Hilfe-Wettbewerben teilgenommen. Bei einem dieser Wettbewerbe habe ich dann Kontakt zu Leuten vom DRK hergestellt und bin seit dem im DRK tätig", erzählt sie.

Auf das Wundenschminken kam sie jedoch eher zufällig. "Als ich eine Schulung hatte, war im Nebenraum eine Schulung zum Wundenschminken und der Notfallsimulation. Ich fand das so toll, dass ich das auch unbedingt lernen wollte", sagt sie. In einem Kursus über drei Wochenenden lernte sie dann Schritt für Schritt das Wunden schminken und die Simulation von Verletzten. Denn für die Einsatzkräfte ist es wichtig, dass ein Verletzter möglichst realistisch aussehende Wunden aufweist und dementsprechend auch schauspielert. "Je realistischer wir etwas darstellen, desto mehr können die Einsatzkräfte lernen und sind für einen richtigen Notfall dann vorbereitet", sagt Angelina Rothmann.

Zu ihrem Schminkrepertoire zählen neben einfachen Schürfwunden und blauen Flecken noch Schnitt-, Riss- und Schusswunden. "Ich könnte sogar eine amputierte Hand schminken. Sowas ist aber sehr aufwendig und zeitintensiv", sagt sie. Leider hat sie aufgrund ihrer Ausbildung zur Kinderkrankenschwester nur noch wenig Zeit, sich ehrenamtlich beim DRK zu engagieren. "Vor allem durch die Schichtdienste am Wochenende bleibt mir nicht mehr so viel Zeit für mein Ehrenamt. Aber wenn ich Zeit habe, engagiere ich mich sehr gerne beim Deutschen Roten Kreuz."

Auch wenn sie extra einen Kursus für das Schminken belegen musste, kann man mit ein bisschen Übung die Wunden auch als Laie nachschminken. Übt man beispielsweise eine Risswunde ein paar Mal, dann sieht sie auch bei Laien relativ realistisch aus. "Allerdings ist das etwas aufwendig. Man muss zuerst mit Derma-Wax eine Wunde formen und kleine Risse einziehen. Dann Blutpaste in die Wunde geben und am Ende mit Kunstblut eine Blutspur ziehen", sagt sie. Leider sind die Materialien wie das Derma-Wax ziemlich teuer und nur im Fachhandel oder per Internet bestellbar. "Die Sachen sind sehr teuer. Aber mit normalen Schminkfarben kann man zumindest realistische blaue Flecken schminken und kleinere Wunden modellieren", sagt sie. Auf jeden Fall wären die Kunstwunden auch für Halloween ein Blickfang.

(NGZ)