1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Drei Schulen unter einem Dach in Dormagen zu teuer

Lernort Horrem : Drei Schulen unter einem Dach zu teuer

Die Stadt plant um: Um viel Geld zu sparen, wird der Lernort Horrem anderthalb Jahre später fertig.

Die Tücke liegt im Detail: Das erfuhren die Mitglieder des Betriebsausschusses Eigenbetrieb am Donnerstag Abend. Die beiden Diplom-Ingenieure Norbert Brauer und Andreas Bischoff stellten ihnen den aktuellen Sachstand für die großflächigen Sanierungs- und Baummaßnahmen im Bereich der Sekundarschule, der Realschule am Sportpark und beim Lernort Horrem vor. Mit dem ernüchternden Ergebnis, dass der bisher vorgesehene Weg nicht weiter beschritten wird, weil er schlichtweg zu teuer ist. Auf 850.000 Euro veranschlagen die beiden Projektsteuerer die Kosten für den notwendigen Umbau in der Realschule, damit für eine Übergangszeit Sekundarschüler und Schüler der Christoph-Rensing-Schule dort einziehen können, um Platz zu schaffen für die Umbauten an den Standorten. "Viel zu viel Geld, weil die Realschule zwei Jahre später ohnehin abgerissen wird", sagte Beigeordnete Tanja Gaspers.

Über diese Einschätzung herrschte schnell Konsens bei den Politikern, weil der Plan B, den Brauer/Bischoff präsentierten, mit 138.000 Euro deutlich günstiger ist. Mit dieser Botschaft kann die Verwaltung erst mal weiter planen, aber eine abschließende Entscheidung soll nach Gesprächen in den Fraktionen erst im Stadtrat Anfang Mai fallen. Ihre Meinung wird dann bedeuten, dass der Lernort Horrem – ein Landesprojekt, das Grundschule, Kita und OGS unter einem Dach vorsieht – erst viel später begonnen und fertig wird: Laut aktualisiertem "Zeitstrahl" im September 2021 statt Februar 2020. Beginn des Projektes in Horrem wäre demnach Januar 2020 statt Oktober dieses Jahres. Die von der neuen Entwicklung stark betroffene Adelheid Rothenburg, Rektorin der Christoph-Rensing-Schule, reagiert gelassen: "Es ist sicherlich sinnvoll. Wenn der Lernort dann sinnvoll umgesetzt wird, ist es in Ordnung. Nur wenn währenddessen abgespeckt werden sollte oder ähnliches, dann werde ich sauer." Immerhin ergibt sich aus der veränderten Planung für die Rensing-Schule, dass sie dann in ein sehr wahrscheinlich leeres Realschul-Gebäude ziehen kann. Zu diesem Zeitpunkt ist sie ausgelaufen, der letzte Jahrgang ist 2019 weg, ferner sollen alle Gebäudeteile der Sekundarschule im August 2019 fertig sein. Selbst bei einer Verzögerung wäre ausreichend Platz in diesem Gebäude.

Die hohen Kosten ergaben sich im Wesentlichen mit 510.000 Euro durch Umbauten. Hinzu kämen Brandschutz, eine neue Schließanlage und andere Positionen. Die eigentlichen Umbaukosten betragen hingegen nur 83.000 Euro, wenn der Umzug zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt. Zum Beispiel würde dann Geld für das Aufstellen eines Raumcontainers eingespart. Die Beigeordnete Gaspers erklärte, dass sie aufgrund der Verzögerung beim Lernort sofort Kontakt mit dem Land als Zuschussgeber aufgenommen hat.

Das Land Nordrhein-Westfalen übernimmt 70 Prozent der Kosten für den nach aktueller Schätzung 9,7 Millionen Euro teuren Lernort sowie 90 Prozent beim Neubau einer Kita. Aber Probleme gibt es aus Düsseldorf keine. Brauer und Bischoff haben zuvor den Stand bezüglich des Umbaus der Sekundarschule dargelegt. Dort liegen die Kosten aktuell bei 5,2 Millionen Euro. Dabei wird es nicht bleiben, kündigten die Steuerer des Projekts bereits an. Denn es wird kostspieliger aufgrund des Medienkonzeptes, Erkenntnissen aus einer Baugrunduntersuchung und aus der Kampfmittelanfrage. Um welchen Geldwert es genau teurer werden wird, konnte am Freitag noch nicht gesagt werden.