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Dormagen: Drei Dormagener in den USA

Dormagen : Drei Dormagener in den USA

Heinz Wirtz, Uwe Rotsch und Peter Hansch leben seit mehreren Jahren an der Ostküste der USA. NGZ-Reporter Olaf Moll hat die drei Dormagener im Land der unbegrenzten Möglichkeiten besucht.

Eine schwarz-rot-goldene Fahne weht am Haus von Uwe Rotsch. Der 49-Jährige wohnt seit mehr als zwei Jahrzehnten in Atlanta. Die Bundeswehr ermöglichte ihm im Oktober 1988 eine interessante Fortbildung. Der Dormagener nahm das Angebot an und wurde in der Millionenmetropole im US-Bundesstadt Georgia heimisch. "Es ist der viel erwähnte American way of life, der fasziniert. Das Leben hier ist nicht unbedingt besser als in Deutschland, aber es kann mit all seinen Facetten angenehmer und bunter sein", sagt Rotsch, der gerade einen neuen Job als Operations Manager im US-Büro eines Siegener Recyclinganlagenherstellers angefangen hat. Der zweifache Familienvater pflegt seit jeher einen engen Kontakt zu seiner Familie und den vielen Freunden in Dormagen. "Wenn es nur irgendwie zeitlich machbar ist, bin ich zum Schützenfest und zu Weihnachten in Dormagen", sagt der BSV-Schütze.

Andererseits pflegt Rotsch das deutsche Brauchtum auch in Atlanta. "Harry", wie er in den USA wegen seines für Amerikaner schier unaussprechlichen Vornamens genannt wird, leitet den 370 Mitglieder starken "German American Stammtisch Atlanta". Er organisiert Oktober- und Karnevalsfeste nach deutscher Tradition. "Aber Bratwurst und Döner schmecken immer noch in Deutschland besser als bei uns", stellt Sohn Sebastian im nahezu akzentfreien Deutsch klar.

Wenn sich die Verwandten im Rheinland auf das Weihnachtsfest vorbereiten, pflückt Heinz Wirtz Orangen im heimischen Garten in der Nähe von Fort Lauderdales. Der Zonser war gerade mit Fortuna Düsseldorf Deutscher Pokalsieger geworden, als er 1981 in die US-Soccer-League zu den Washington Diplomats wechselte. Der Ex-Profi spielte in einem Team unter anderem mit Fußball-Legende Johan Cruyff. Mehrere Jahre wohnte er in Chicago, ehe es ihn ins wärmere Florida zog. Dort leitet er ein Unternehmen für den Verkauf und die Pflege von Swimming Pools. Der 58-Jährige, der den deutschen Fußball über Internet und Fernsehen verfolgt, will im nächsten Jahr seine Familie in Zons besuchen. "Es liegt wohl auch am zumeist warmen und sonnigen Wetter, dass die meisten Leute hier entspannter und freundlicher sind", sagt Wirtz.

Peter Hansch hat im Oktober schon den ersten Schnee geschippt. Der 41-Jährige wohnt mit Gattin Lalitha sowie den Kindern Karsten (9) und Amira (7) in Bridgewater, nur eine Autostunde von New York entfernt. "Schnee sind wir hier in New Jersey gewohnt, aber nicht zu diesem frühen Zeitpunkt", sagt der Zonser, der seit 17 Jahren in den USA lebt. Der promovierte Atomphysiker und Unternehmensberater betreibt ein florierendes Geschäft, das Präsentationen und Übersetzungen für eine Reihe internationaler Firmen erstellt. "Mir gefällt der grenzenlose Optimismus der Amerikaner", sagt der Ex-Schüler des Dormagener BvA-Gymnasiums. Allerdings seien die USA auch ein Land mit vielen Extremen und großen Widersprüchen. "Wir leben hier gerne, aber ich vermisse oft die soziale Gerechtigkeit und gute Brötchen."

(NGZ)