"Aktiv für Hackenbroich" für ein besseres Wohnfeld: Dr. Krieger: "Möglichst viele Eigentümer müssen mitziehen"

"Aktiv für Hackenbroich" für ein besseres Wohnfeld : Dr. Krieger: "Möglichst viele Eigentümer müssen mitziehen"

Von Carsten Sommerfeld

Von Carsten Sommerfeld

Die Mittel sind da: Mindestens 300.000 Euro stellen Bund und Land in diesem Jahr für das Stadtteilprojekt Hackenbroich bereit. Nun kann sich der Verein "Aktiv für Hackenbroich" dem drängendsten Thema widmen, der Wohnumfeldverbesserung und der Sanierung der Gebäudekomplexe in Hackenbroich-Süd. Dennoch brauchen die Hackenbroicher einen langen Atem. Die Verbesserung des Wohnumfeldes ist eines der Kernthemen des Vereins "Aktiv für Hackenbroich". NGZ-Foto: H. Jazyk

Bevor Sanierungsmittel fließen, verlangt das Land umfassende Konzepte. Und dafür müssen möglichst viele Eigentümer ins Boot geholt werden. "2002 mit dem Baubeginn für die Bürgermeile war das Jahr des Einstiegs. In diesem Jahr geht es richtig los, können wir uns mit dem Kernthema befassen", blickt Dr. Paul Krieger, Vorsitzender des Vereins "Aktiv für Hackenbroich", auf die anstehende Arbeit.

Das Kernthema, das sind die Wohn- und die Wohnumfeldsituation in Hackenbroich-Süd. Dächer müssen saniert, die Wärmedämmung an vielen Häusern optimiert werden. Etliche Wohnungen stehen leer. Spielplätze sind in schlechtem Zustand, an den Müllcontainern wurde "Mülltourismus" aus Nachbarkommunen beobachtet. Allein kann der Verein das Problempaket nicht anpacken, er holt sich Hilfe von außen: "In Kürze werden die Verträge mit dem Büro Dr. Jansen Stadt- und Regionalplanung unterzeichnen", erläutert Dr. Krieger weiter.

In Hackenbroich steht die Geschäftsführerin des Büros, Ursula Mölders, vor zwei Aufgaben: Zum einen soll sie ein Wohnumfeldkonzept erstellen. So ist ein Spielplatz-Konzept für den Stadtteil einschließlich des gesperrten Bolzplatzes an der Grundschule geplant. Zum anderen wird sie laut Dr. Krieger "Eigentümern bei der Sanierung und Umgestaltung der Wohnungen Wege und Fördertöpfe aufzeigen, die Umsetzung begleiten.

Das Projekt funktioniert nur, wenn die Eigentümer zur Eigeninitiative bereit sind", macht der Vorsitzende deutlich. Mit dem Geld aus Bund und Land kann der Verein natürlich lediglich Unterstützung leisten - und auch da gibt das Land feste Regeln vor: "Eine Bedingung für Fördermittel ist die Bereitschaft der Eigentümer, mitzumachen", erläutert Detlev Falke vom Stadtteilmanagement. "Außerdem werden keine partiellen Sanierungen gefördert, sind übergreifende Konzepte nötig."

Keine leichte Aufgabe angesichts von rund 15 Eigentümer-Gemeinschaften und mehreren hundert Eigentümern. Eventuell sollen einzelne Pilotprojekte Überzeugungsarbeit leisten. Detlev Falke ist optimistisch, denn "wenn nichts passiert, laufen Eigentümer Gefahr, das ihre Immobilien an Wert verlieren." Eine der Hauptaufgaben von Ursula Mölders wird nun sein, "möglichst viele Eigentümer an den Tisch zu bringen". In einem Starter-Workshop wird zunächst eine Funktionsbeschreibung erstellt mit Visionen, wie sich sich der Stadtteil entwickeln soll.

Doch Probleme gibt es auch anderenorts im Ort, Einzelhändler im Ladenzentrum warten nach dem Ende des Frischemarktes immer noch auf Belebung. Laut Krieger ist in Kürze mit einer Entscheidung für einen Discount-Markt gegenüber "Plus" zu rechnen" - nach NGZ-Informationen von "Aldi". Anschließend will der Verein "aktiv für Hackenbroich den Immobilienfonds als Eigentümer des Zentrums, den Investor und die Stadt zusammen bringen.

Im Zusammenhang mit dem Discounter könnten ins leere Ladenlokal im Zentrum nach dem Shop-in-Shop-Prinzip etwa Bäckerei, Metzgerei und Frischemarkt einziehen. "Das wäre bereits vor Fertigstellung des Discount-Marktes möglich", meint Dr. Krieger mit Blick auf die Nöte der übrigen Händler. Falke sieht bereits einen großen Einkaufs- und Freizeitbereich von den Supermärkten und dem Ladenzentrum bis zum Bürgerhaus und zu der Bürgermeile entstehen.

Zur Belebung des Ladenzentrums will auch der Verein selbst beitragen und bis Juni dort seine neuen Räume beziehen. "Dort entsteht eine Anlaufstelle für alle Hackenbroicher", sagt Krieger. Auch andere Projekte stehen an: Die Bürgermeile wird bis Sommer bis zum alten Schützenplatz fertig.

"Aktiv für Hackenbroich", Vereine, Schulen und andere Einrichtungen wollen ein Kultur-Konzept entwickeln. Die weitere konkrete Arbeit wird Mittwoch Abend im Vorstand besprochen, im Mai wird die Mitgliederversammlung über die Verwendung des Geldes beschließen. Zu den zugesagten 300.000 Euro könnten aus - von anderen Kommunen nicht abgerufenen Mitteln - weitere 200.000 Euro "Förderreserve" hinzukommen.

(NGZ)
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