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Dormagen: Dormagens zweite Tagespflege gestartet

Dormagen : Dormagens zweite Tagespflege gestartet

Mit 16 Plätzen im St. Augustinushaus hat jetzt in Dormagen die zweite Tagespflege für Senioren geöffnet. Bereits seit 2014 bietet der Caritasverband eine mit zwölf Plätze in Delhoven an. Beide Träger wissen: Die Nachfrage ist groß.

16 Plätze hört sich zunächst einmal nicht viel an. Doch 16 Plätze bedeutet nicht 16 Personen. Denn die Tagespflege wird in der Regel nicht an fünf Tagen pro Woche in Anspruch genommen. Meist sind es zwei oder drei Tage, an denen pflegende Verwandte sich einmal nur um eigene Belange kümmern und sich von der anstrengenden Pflege erholen können.

Im St. Augustinushaus hat am 1. Februar Dormagens zweite Tagespflege geöffnet. Die ist, wie Einrichtungsleiter Thomas Schindler bei der offiziellen Feier mitteilte, bis jetzt bereits zu 62 Prozent ausgebucht, mit aktuell 40 Gästen. Von 8 bis 16 Uhr werden die Menschen dort von Fachkräften betreut. Zum Tagesablauf gehören neben den Mahlzeiten unter anderem Gymnastik, Gedächtnistraining und Singen. Singen mag Inge Bong besonders. "Ein bisschen Spaß muss sein", schmettert die 77-Jährige aus voller Kehle und bewegt sich rhythmisch im Takt der Melodie. "Es ist wunderbar hier", sagt sie und drückt Boris Quarch, den Leiter der Tagespflege. Er ist überzeugt, dass die Plätze an allen Tagen bald ausgebucht sein werden. Denn die Nachfrage nach solchen Plätzen vor dem endgültigen Heimaufenthalt steige, wie auch Thilo Spychalski, Geschäftsführer der St.-Augustinus-Kliniken GmbH sagte. Das sieht auch Marcus Mertens von der Wohn- und Teilhabebehörde des Rhein-Kreises so. "Der Bedarf ist groß. Diese Plätze bedeuten eine große Entlastung für die Angehörigen. Es wäre wichtig, sie überall im Rhein-Kreis zu einzurichten."

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In Delhoven sind die zwölf Tagespflegeplätze längst ausgebucht. "Wenn wir einige freie Tage haben, spricht sich das schnell herum", sagt Birgit Arens von der Abteilung für den Bereich Ambulante Pflege und Betreuung beim Caritasverband, der Träger des "Alten Salons" an der Josef-Steins-Straße ist. "Aktuell planen wir weitere Tagespflegeprojekte im Rhein-Kreis", teilt sie mit, möchte aber keine konkreten Orte nennen. Tagespflegeplätze, erklärt sie, werden von der Pflegeversicherung zusätzlich gezahlt. Heißt: "Das Geld, das pflegende Angehörige nach Pflegegrad bekommen, zahlt die Pflegeversicherung nochmals in maximal gleicher Höhe für die Tagespflege an die Einrichtung", erklärt Arens. Wer darüber hinaus Betreuung in Anspruch nehmen möchte, muss zuzahlen. "Wer die Tagespflege nicht nutzt", so Arens, "bekommt das Geld aber nicht zusätzlich ausgezahlt." Im St. Augustinushaus kostet ein Betreuungstag um die 80 Euro. In nur fünf Monaten wurde an der Krefelder Straße aus der ehemaligen Schwesternklausur das neue Zentrum mit einer Fläche von 318 Quadratmetern umgebaut und 600.000 Euro investiert. Zur Ausstattung gehören Therapieräume, eine Terrasse mit Blick auf den Rosengarten, für die es von der Caritasstiftung Köln 20.000 Euro Zuschuss gab, Küche sowie zwei Ruheräume. Der stellvertretende Bürgermeister Hans Sturm zeigte sich angetan von dem Umbau: "Vielleicht wäre hier irgendwann auch ein Plätzchen für mich."

(NGZ)