Lokalgeschichte Dormagens „Kö“ im Wandel der Zeiten

Dormagen · Früher hieß sie Hauptstraße, und auch sonst hat die Lebensader der Chemiestadt im Laufe der Zeit einige Wandlungen mitgemacht. Lokalhistoriker Eduard Breimann hat in seinem Archiv nachgesehen und blickt für die NGZ zurück.

Fotos: Dormagens „Kö“ im Wandel der Zeit
11 Bilder

Dormagens „Kö“ im Wandel der Zeit

11 Bilder
Foto: Eduard Breimann/Eduard Breimann (gesammelt)

Dormagen und die „Kölner Straße“, das sind für viele – besonders für Alt-Dormagener – Synonyme. Diese ehemalige „Hauptstraße“, die erst nach 1930 zur „Kölner Straße“ umbenannt wurde, war ja auch schon immer ein besonderer Teil des „Straßendorfes Dormagen“.

„Das waren noch Zeiten“, sagen viele Dormagener, wenn sie an die Zeit vor dem Umbau der Kölner Straße zur Fußgängerzone denken. Die Zeit bis 1988 war die Phase, in der es viele kleine Geschäfte gab, die für die Ewigkeit geschaffen schienen. Von Metzgern, über Modegeschäfte für Damen und Herren, bis zu Feinkost, Bäckern und Lebensmittel-Läden. Da störten offensichtlich auch die Lastwagen und Autos nicht, die das Überqueren der Kö gefährlich machten. Ich als „Zugereister“, der aber diese Zeit hier schon bewusst erlebt hat, vermisse diese kleinen Geschäfte, wie Metzger, Bäcker und natürlich auch unser Büdchen.

Die frühere „Hauptstraße“ in Dormagen wandelte sich nicht nur im Namen und wurde zur „Kölner Straße“. Oh nein! Sie machte in den Jahrhunderten so viele Wandlungen durch. Von der, mit den ersten Autos befahrenen und mit Kopfsteinpflaster belegten Landstraße, der Verbindungsstraße Neuß-Köln, über den Rang einer Bundesstraße 9 bis hin zu unserer heutigen Fußgängerzone.

Damit einher gingen Veränderungen in der angrenzenden Bebauung, aus Bauernhöfen wurden Gastronomiebetriebe und aus Bäckereien und Metzgereien (andere Geschäfte brauchte der Dormagener früher nicht) wurden Handyläden, Friseure, Schuh- und Modegeschäfte, die sich dann zum Teil auch noch zu Supermärkten wandelten.

Immer wieder hatten die Dormagener das Gefühl, dabei etwas verloren zu haben, was sich in dem gerne und oft gebrauchten Ausspruch „Ach, wat wor dar fröher schön!“ widerspiegelte. Und doch hat jede Zeit ihren besonderen Charme. Auf dieser NGZ-Seite „flitze“ ich mal mit ein paar Bildern aus meinem Fundus durch einige frühere Jahrzehnte und wecke damit vielleicht bei dem ein oder anderen Sehnsüchte nach Vergangenem – und bei den jüngeren Aufnahmen gegebenenfalls auch Erinnerungen.

Vielleicht kommt bei einigen Alteingesessenen dabei etwas Wehmut auf, denn die fortschreitende Zeit hat natürlich viele Veränderungen mit sich gebracht, über die sich nicht jeder freut. Viele kleine und allgemein beliebte Geschäfte sind von der Kölner Straße verschwunden. Beliebt waren sie auch, weil ihre Inhaber „alte Dormagener“ waren, die man mit „Ich suche ...“ oder „Haste noch ...“ ansprechen konnte.

Auf den Bildern kann man sehr schön sehen, wie sich nicht nur die Kölner Straße gewandelt hat, sondern auch das Aussehen der Flanierer auf dieser Straße, wie sich Frisuren oder Kleidung verändert haben.

 1984 war die Kölner Straße noch keine Fußgängerzone, die Autos, die damals deutlich bunter waren als in der Gegenwart, konnten direkt vor den Geschäften abgestellt werden.

1984 war die Kölner Straße noch keine Fußgängerzone, die Autos, die damals deutlich bunter waren als in der Gegenwart, konnten direkt vor den Geschäften abgestellt werden.

Foto: Eduard Breimann/Eduard Breimann (gesammelt)
 So sah es 1958 gegenüber dem heute „Historischen Rathaus“ aus.

So sah es 1958 gegenüber dem heute „Historischen Rathaus“ aus.

Foto: Eduard Breimann/Eduard Breimann (gesammelt)
 1975 entstand dieses Bild an der Alten Post.

1975 entstand dieses Bild an der Alten Post.

Foto: Eduard Breimann/Eduard Breimann (gesammelt)
 In den 1980er Jahren gab es viele Umbaumaßnahmen an der Kö.

In den 1980er Jahren gab es viele Umbaumaßnahmen an der Kö.

Foto: Eduard Breimann/Eduard Breimann (gesammelt)
 Noch war der Zweite Weltkrieg zwei Jahre entfernt: fröhliches Treiben 1937.

Noch war der Zweite Weltkrieg zwei Jahre entfernt: fröhliches Treiben 1937.

Foto: Eduard Breimann/Eduard Breimann (gesammelt)
 Aufnahme von 1914, dem Jahr, in dem der Erste Weltkrieg ausbrach.

Aufnahme von 1914, dem Jahr, in dem der Erste Weltkrieg ausbrach.

Foto: Eduard Breimann/Eduard Breimann (gesammelt)
 Die Apotheke Bömmel im Jahr 1960.

Die Apotheke Bömmel im Jahr 1960.

Foto: Eduard Breimann/Eduard Breimann (gesammelt)
 Den Ratskeller gab es auch 1930 schon.

Den Ratskeller gab es auch 1930 schon.

Foto: Eduard Breimann/Eduard Breimann (gesammelt)
 Hotel Schnorrenberg auf einem Foto von 1955.

Hotel Schnorrenberg auf einem Foto von 1955.

Foto: Eduard Breimann/Eduard Breimann (gesammelt)
 1988 wurde die Kölner Straße umgebaut.

1988 wurde die Kölner Straße umgebaut.

Foto: Eduard Breimann/Eduard Breimann (gesammelt)

Über den Autor: Eduard Breimann (Jahrgang 1940) ist zwar in Aachen geboren und im Münsterland aufgewachsen, er lebt aber seit vielen Jahrzehnten in Dormagen.  Mit der Geschichte der Stadt setzt er sich seit langem intensiv auseinander. Unter anderem ist er Verfasser des Geschichten- und Anekdotenbuchs „Dormagen hat was!“ (Wartberg Verlag). Er schreibt aber auch Novellen, Kurzgeschichten, Romane und Biografisches.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort