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Dormagen: Dormagens großes Schützenfest

Dormagen : Dormagens großes Schützenfest

Mit einem prachtvollen Festumzug von fast 3000 Schützen endete am Sonntagnachmittag der 60. Rheinische Schützentag. Die teilweise weit angereisten Gäste lobten Dormagener Gastfreundschaft – und den Schützengeist.

Es war beinah wie immer, wenn die Schützen in Dormagen das Regiment übernehmen: Die ganze Stadt ist auf den Beinen, putzt sich heraus und feiert mit. Gemeinschaft und Tradition werden beschworen – und Bräuche gepflegt, die diese Stadt zusammenhalten. Das Schützentag-Wochenende aber war noch feierlicher – und noch eindrucksvoller.

Denn beim 60. Rheinischen Schützentag, der zuletzt 1989 in Dormagen stattfand, zeigte sich, wie groß Anziehungskraft und Ausstrahlung des Schützenwesens über das Rheinland hinaus sind – beim Umzug präsentierten sich auch Schützen aus Westerwald oder Ruhrgebiet. Dass das ganze Wochenende zu bester Werbung für Dormagen und seine Brauchtumshüter geriet, durfte sich vor allem der ausrichtende Bürgerschützenverein (BSV) Dormagen um Präsident Rolf Starke auf die Fahne heften, der am Sonntag mit Standing Ovations für die exzellente Organisation geehrt wurde.

Schon beim städtischen Empfang am Freitag fühlte sich die geballte Schützenprominenz wie Zuhause – kein Wunder, sind doch rund 5000 Dormagener Mitglied in einem Schützenverein. Allein der BSV zählt 850 Mitglieder und ist damit der größte Verein im Rheinischen Schützenbund (RSB). "Man spürt hier sofort: Stadt und Schützen sind eins", lobte RSB-Präsident Harry Hachenberg.

Ein Hohelied aufs Schützentum stimmte Erzherzog Karl von Habsburg an, seit 2008 Großmeister des Ritterordens vom Hl. Sebastian in Europa und Schirmherr der Europäischen Gemeinschaft Historischer Schützen. "Es zeigt sich erneut, wie lebendig das Schützenwesen ist", sagte er am Sonntag in seinem Festvortrag, in dem er die Schützen ermahnte, sich auf ihre Grundwerte zu besinnen: Hilfsbereitschaft, Grundsatztreue, Patriotismus und die Förderung der Jugend. Ausführlich widmete sich der Salzburger dem Unterschied zwischen Patrioten und Nationalisten. "Nationalisten denken an die Nation und wollen Grenzen gegenüber Nachbarn ziehen. Der Patriot liebt seine Heimat und denkt über Grenzen hinaus."

Auch der CDU-General, Bundestagsabgeordnete und Neusser Schütze Hermann Gröhe meinte: "Die Schützen weben kraftvoll mit am Netz, das diese Gesellschaft trägt." Gleichwohl sei auch das Schützenwesen keine heile Welt, wie sich just beim RSB aktuell zeigt.

In dessen Kasse fehlt ein höherer sechsstelliger Betrag. Laut Präsident Harry Hachenberg habe ein Ex-Schatzmeister auf seinen Namen Konten eingerichtet, auf die der RSB aufgrund finanzieller Schwierigkeiten des Steuerberaters keinen Zugriff mehr hat. Hachenberg will das Wochenende trotzdem in bester Erinnerung behalten: "Ich kann nur sagen: Es war fantastisch."

Hier geht es zur Bilderstrecke: 60. Rheinischer Schützentag in Dormagen

(NGZ)