Dormagens Bürgermeister Lierenfeld kocht fair in der Stadtbibliothek

Stadtbibliothek Dormagen : Bürgermeister kocht fair

Bei einer Fairtrade-Kochshow in der Stadtbibliothek Dormagen kochte der Koch und Experte für fairen Handel, Hendrik Meisel, unter anderem gemeinsam mit Bürgermeister Erik Lierenfeld.

Die rund 30 Gäste in der Stadtbibliothek Dormagen verbrachten einen spannenden, erlebnisreichen und genussvollen Abend bei der Fairtrade-Kochshow von Hendrik Meisel und Klaus Hamelmann. Es wurde gekocht, erzählt und viel gelacht, denn Koch Hendrik Meisel besitzt neben ausgezeichneten Kenntnissen rund um das Thema Fairtrade (gerechten Handel) großes Unterhaltungs-Talent. „Ich möchte in erster Linie Anregungen schaffen und auf Fairtrade aufmerksam machen“, sagte Meisel. Da war er in der Fairtrade-Stadt Dormagen genau richtig.

Mitten in der Stadtbibliothek wurde eine Art Theke aufgebaut, auf der zwei Kochplatten platziert waren. Von Stuhlreihen aus konnten die Gäste Meisel und seinen Küchen-Helfern beim Kochen zugucken. Den genauen Blick in die Töpfe ermöglichte eine Kamera, deren Bild live auf eine Leinwand übertragen wurde. Nachdem Meisel sein Show-Konzept vorgestellt hatte, bat er Bürgermeister Erik Lierenfeld in seine improvisierte Küche. Gemeinsam kochten die beiden eine nordafrikanische Couscous-Pfanne. Während Lierenfeld beim Zwiebelschneiden das ein oder andere Tränchen verdrückte, befragte ihn Meisel zu seiner Karriere und seiner Arbeit als Bürgermeister. Die beiden plauderten und kochten.

Meisel erklärte zwischendrin immer wieder etwas zu den verwendeten Produkten, die natürlich alle fair gehandelt und/oder Bio waren. „Ich bin jetzt auf den Geschmack gekommen, öffentlich zu kochen“, gestand Lierenfeld am Ende des Abends. „Es hat sehr viel Spaß gemacht und ist eine schöne Methode, um auf fairen Handel aufmerksam zu machen.“

Auf der Leinwand wurden zwischendurch kleine Filme eingeblendet, in denen sich Fairtrade-Produzenten aus aller Welt vorstellten. Auch zeigten Meisel und Hamelmann, der für die Technik verantwortlich war, Videos, in denen Meisel verschiedene Fairtrade-Hersteller in Lateinamerika oder Afrika vor Ort besuchte und deren Produkte zum Kochen verwendet wurden. Als das Gericht fertig war, verteilten Meisel und Lierenfeld das Essen unter den Gästen. Die Frage, ob es geschmeckt hat, sparten sie sich, die leergekratzten Schälchen sprachen für sich.

Bei der Zubereitung der Nachspeise, eine Quarkspeise mit verschiedenen Obstsorten, bekam Meisel Unterstützung von Uta Göbel-Groß, einer Künstlerin aus Aachen, und Thabo Modise, Künstler aus Südafrika. Gemeinsam hatten die beiden das große Wandbild an der Fassade der Stadtbibliothek gestaltet. Göbel-Groß erzählte, wie sie und Modise sich kennengelernt haben. „Ich bin nach Afrika gereist und lernte seine Frau kennen, die mir erzählte, dass Thabo malt.“ Nachdem sie seine Bilder gesehen hatte, stand fest, dass beide gemeinsam arbeiten wollten. Das Wandbild wurde im Rahmen des Projekts „Weltbaustelle“ gemalt. Dabei geht es darum, den 17 UN-Nachhaltigkeitszielen Bilder zu geben, diese also visuell zu gestalten. Auch die Quarkspeise stieß auf viel positive Resonanz und so war es kein Wunder, dass sich am Ende des Abends die Gäste über ein kleines Rezeptheft freuten.

„Die Show ist ein weiteres Mittel, um darauf aufmerksam zu machen, was geändert werden muss“, erklärt Lierenfeld. „Nur wenn alle mitmachen, und jeder individuell etwas an seinem Verhalten ändert, können wir die Welt besser machen.“

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