Dormagener wird Ordensbruder

Salesianer-Orden: Dormagener legt Ewige Profess ab

Der 39 Jahre alte Mike Goldsmits entschied sich für den Salesianerorden, für den er seine Arbeit für Jugendliche intensivieren möchte.

Der aus Dormagen stammende Salesianerbruder Mike Goldsmits (39) legte am Samstag in der Klosterkirche des Bergklosters Heiligenstadt vor seinem Ordensoberen Provinzial Pater Reinhard Gesing seine Ewigen Gelübde als Salesianer Don Boscos ab. Mit dem Versprechen der Ewigen Profess entschied er sich für eine lebenslange Zugehörigkeit zur Ordensgemeinschaft und verpflichtete sich zu den „Evangelischen Räten“ – Gehorsam, Armut und ehelose Keuschheit – sowie dem Ordensziel der Salesianer Don Boscos: dem Einsatz für junge Menschen. „Ich empfinde es als großes Glück, dies als Salesianer Don Boscos tun zu dürfen“, erklärte er. „Denn als Ordensmann habe ich die Freiheit und die Zeit, ganz für die Jugendlichen da zu sein.“

Goldsmits Interesse, christliche Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen, zeigte sich bereits in seiner Jugend. Seit 1989 engagierte er sich bei der Malteser-Jugend Dormagen und ließ sich 1996 zum Jugendgruppenleiter ausbilden. Ab 2001 studierte er Soziale Arbeit an der Katholischen Hochschule NRW. Es folgten Anstellungen als Bezirkssozialarbeiter in Wuppertal, Jugendreferent in einer katholischen Kirchengemeinde sowie in der Katholischen Jugendfachstelle Düsseldorf. Goldsmits ging in seinen Aufgaben auf. Doch gleichzeitig merkte er, dass der Beruf des Sozialarbeiters ihn nicht vollkommen ausfüllte, dass er sich explizit im Geist Don Boscos engagieren wollte. Er begann 2011 sein Noviziat in Pinerolo (Italien). Am 8. September 2012 legte seine zeitliche Ordensprofess ab. „Mein altes Leben aufzugeben, hat mich schon Mut gekostet. Zugleich fühlte es sich für mich ganz natürlich an“, sagt Mike Goldsmits. Vier Jahre arbeitete der Sozialpädagoge dann im Jugendhilfezentrum Don Bosco Sannerz (Hessen), seit 2016 ist er im Kinder- und Jugendschutzdienst der Villa Lampe in Heiligenstadt im Einsatz. Zu seinen Aufgaben gehört u.a., mit Schulklassen über Gewalt- und Mobbingprävention zu sprechen, Lehrer und Erzieher zu beraten, Familien zu besuchen, für Kinder in Not da zu sein. „Ich sehe mich nicht nur in der Rolle des Organisators, sondern setze in erster Linie auf Beziehungsarbeit“, so Goldsmits. Seit 2017 ist er als ehrenamtlicher geistlicher Leiter der Kolpingjugend im Bistum Erfurt aktiv.

Der 39-Jährige fühlt sich dazu berufen, Salesianerbruder zu sein: „Als Bruder habe ich das Gefühl, besonders nah dran zu sein an meiner Zielgruppe – noch stärker, als ich das als Priester wäre. So möchte ich leben und arbeiten, mitten unter den Jugendlichen.“