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Dormagen: Dormagener unter Tatverdacht

Dormagen : Dormagener unter Tatverdacht

Ein 42 Jahre alter Dormagener ist dringend tatverdächtig, den Düsseldorfer "Hotelmord" an einer Prostituierten begangen zu haben. Ehemalige Mitschüler des Ex-BvA-Abiturienten beschreiben ihn als "ruhig und sympathisch".

Vier Tage nach dem gewaltsamen Tod einer 25 Jahre alten Prostituierten in einem Luxushotel im Düsseldorfer Medienhafen hat die Staatsanwaltschaft gestern Angaben zum "letzten Kunden" der Frau gemacht. Bei dem dringend Tatverdächtigen handelt es sich um einen 42 Jahre alten Mann aus Dormagen. Arif-Yavuz D. ist seit Freitag untergetaucht, die Staatsanwaltschaft vermutet, dass er sich ins Ausland abgesetzt haben könnte. Am Sonntag hatte D. sich mit einer "Presseerklärung" an die Öffentlichkeit gewandt und darin die Tat bestritten. Ein anderer Mann soll die Frau in seiner Abwesenheit getötet haben, er selbst wolle den wahren Täter finden und ihn der Polizei ausliefern, schrieb der Dormagener. Die Staatsanwaltschaft hält diese Darstellung für abwegig. Es gäbe keine Hinweise auf einen noch "unbekannten Dritten", sagt Staatsanwalt Christoph Kumpa.

Die 25 Jahre alte Prostituierte war erstochen in der Hotelsuite aufgefunden worden. Das Opfer war eine Rumänin, die in Düsseldorf für ein edles Bordell (firmierte unter dem Titel "Escort-Service") gearbeitet hatte. Der Dormagener hatte sie laut Ermittlungen schon vielfach gebucht. D. lebt nach Informationen der NGZ seit vielen Jahren in Dormagen. 1991 hatte er im Alter von 21 Jahren am "Bettina von Arnim-Gymnasium" sein Abitur gemacht, nachdem er mindestens ein Schuljahr wiederholt hatte. Ex-Mitschüler beschreiben den Mann von damals der NGZ als "ruhig und sympathisch", er sei ein "netter Kerl" gewesen. Laut der ehemaligen Deutschlehrerin Renate Rahnenführer fiel er "nie negativ" auf. D. war in der Vergangenheit mehrfach wegen "kleineren Betrügereien" mit dem Gesetz in Konflikt geraten, nicht aber wegen Gewalt-Delikten.

D. war verheiratet, hat sich inzwischen aber scheiden lassen. In seiner "Presseerklärung" hatte er angegeben, er hätte mit der Prostituierten geplant gehabt, sich eine Zukunft in deren Heimatland aufzubauen. Durch das Verbrechen jedoch sei seine "große Liebe" getötet worden. "Aufgrund seiner familiären Wurzeln liegt es nahe, dass sich D. in der Türkei befindet", so Kumpa. Es werde geprüft, ob noch Angehörige in der Türkei leben und ob er Kontakte zu ihnen hatte. Zeit genug war ihm für eine Flucht geblieben: Die Tat hatte sich laut Polizei in der Nacht auf Freitag ereignet, die Tote war jedoch erst gegen 9.30 Uhr am Freitag von einem Zimmermädchen entdeckt worden. "Ich halte Herrn D. nach wie vor für dringend tatverdächtig. Die Tatsache, dass er schon in früheren Zeiten als Betrüger aufgefallen ist, macht ihn nicht unbedingt glaubwürdig, was seine Angaben zum Tathergang angehen", so Kumpa.

(NGZ)