Dormagener Serie "Rätsel der Stadt": Das Rochushäuschen in Zons

Rätsel der Stadt : Das Häuschen mit dem springenden Hund

Hinter dem Eisengitter des Rochus-Bildstocks befindet sich ein interessantes Relief des Heiligen.

Spaziergänger, die aus Dormagen kommen und die Zonser Heide in Richtung Stürzelberg durchqueren, kennen es: Mitten im Wald steht ein weißes Häuschen mit einem Kreuz auf dem Schieferdach. Bei dem Bauwerk handelt es sich um einen sogenannten Bildstock. Das religiöse Kleindenkmal ist Rochus gewidmet, einem Heiligen der katholischen Kirche.

Hinter dem schwarzen Eisengitter befindet sich eine Nische mit einer Darstellung des Heiligen. In seinem rechten Arm hält er einen Mann, dessen Hände auf den Rücken gefesselt sind. Mit dem Zeigefinger seiner linken Hand deutet Rochus auf eine Stelle an seinem rechten Oberschenkel. Eine Frau mit einem Verband um den Kopf schmiegt sich an die linke Seite des Heiligen und hat eine Hand auf das Herz von Rochus gelegt. Ein Hund springt die Beine des Heiligen hoch und hält einen Gegenstand in seiner Schnauze. Der Bildstock wurde gegen 1850 von zwei Stürzelbergern wegen eines Gichtleidens errichtet. Der Legende nach wurde Rochus 1295 in Montpellier geboren und starb auch 1379 in der südfranzösischen Stadt am Mittelmeer. Er verschenkte seinen Reichtum und trat einem Orden bei. Auf einer Pilgerreise nach Rom kümmerte sich Rochus um Menschen, die an der Pest erkrankt waren und heilte sie. Bei der Rückreise infizierte er sich selber mit der gefährlichen Seuche und zog sich in eine Hütte im Wald zurück. Den Überlieferungen nach pflegte ihn ein Engel wieder gesund und ein Hund versorgte ihn mit Brot.

Der Standort in der Zonser Heide und das Relief im Sankt Rochushäuschen greifen diese Motive auf. Der Heilige sorgt sich um kranke Menschen und zeigt zugleich auf seine eigene Wunde am Bein. Rochus wurde aufgrund der Epidemien im Mittelalter als Schutzpatron der Pestkranken zu einem der beliebtesten Heiligen überhaupt. Es gibt noch eine weitere Einrichtung, die an ihn erinnert: In Hackenbroich befindet sich das Rochus-Haus der St. Augustinus-Gruppe. Die Bewohner sind Menschen mit seelischer Behinderung, die jedes Jahr am 16. August den Gedenktag ihres Schutzpatrons feiern.

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