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Dormagener Markt: Wieder Textilien auf dem Wochenmarkt

Dormagener Markt : Modeartikel sind zurück auf dem Wochenmarkt

Weil der Textil-Markt auf dem Helmut-Schmidt-Platz nicht angenommen wurde, ist das Angebot wieder auf der Kölner Straße vereint. Die SWD ließ die Stände allerdings mit mehr Abstand zueinander als in Vor-Corona-Zeiten aufstellen.

Gemütlich schlendernde Menschen mit vollen Einkaufstaschen, allerlei Verkaufsstände und gut besuchte Cafés: Der Donnerstag scheint auf den ersten Blick wie ein Markttag zu Vor-Corona-Zeiten, so wie es ihn schon länger nicht mehr gab. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich allerdings, dass die von vielen so lang ersehnte Normalität noch auf sich warten lässt: Städtische Ordnungshüter in gelber Neonweste weisen auf die Maskenpflicht hin, es bilden sich lange Menschenschlangen an den Frischwarenständen, und die Verkaufsstände sind bereit über die Einkaufspassage verteilt. All das zeigt, dass die Corona-Maßnahmen immer noch präsent sind und es wohl auch noch eine ganze Weile bleiben werden.

Gleichzeitig rückt die Normalität durch die eingeführten Lockerungen schon ein Stück näher. Nachdem beim Dormagener Wochenmarkt seit dem 13. März ausschließlich Anbieter von Frischwaren, wie Lebensmittel und Blumen, ihre Produkte auf dem Markt verkaufen durften und für alle anderen Händler ein fast dreimonatiges Verkaufsverbot galt, ist diese Einschränkung wieder aufgehoben.

Markthändler Nasir Hamid freut sich, seine Kunden wieder am angestammten Platz auf dem Dormagener Wochenmarkt bedienen zu können. Foto: Maria Koch

Nachdem die erstem Einzelhandelsgeschäfte in der Innenstadt vor etwa einem Monat wieder öffnen durften, setzten sich auch beim Wochenmarkt erste Lockerungen durch. „Wir haben uns dazu entschlossen, den Markt aufzuteilen und so die Menschenmengen auseinanderzuziehen“, erklärt Stadtmarketingleiter Thomas Schmitt. Demzufolge durften die Frischwarenhändler ihre Ware weiter auf der Kölner Straße verkaufen, während die Textilien-Anbieter ihre Stände auf den Helmut-Schmidt-Platz am Marktplatz verlegten. Allerdings führte dieses Konzept nicht zum gewünschten Erfolg: An den Kunden zog die Information über die neue Aufteilung des Wochenmarktes trotz Infos und Schildern vorbei. „Wir haben uns daraufhin entschlossen, alle Händler wieder gemeinsam auf der Einkaufspassage unterzubringen und das Ganze dort zu entzerren“, berichtet Schmitt. Nun dürfen die Textilienverkäufer also wieder ihre Ware neben den Frischwarenhändlern  auf der Kö verkaufen – unter der Bedingung, genügend Abstand zwischen den Ständen einzuhalten. Insgesamt gebe es aber weniger Verkaufsstände als in Vor-Corona-Zeiten, da die Nachfrage vonseiten einiger Händler zurückgegangen sei.

Nasir Hamid allerdings ist noch dabei. Seit 15 Jahren bietet an seinem Stand Damen- sowie Herrenbekleidung an und verkaufte am Freitag das zweite Mal nach dreimonatiger Pause wieder seine Ware in Dormagen. Über zu wenig Kunden musste er sich am Freitag keine Sorgen machen. „Ich habe das Gefühl, die Kunden werden lockerer und trauen sich langsam wieder mehr raus“, sagt Hamid. Ganz anders sah es beim Abstecher auf dem Helmut-Schmidt-Platz aus: „Einige habe mir im Nachinein erzählt, dass sie meinen Stand auf der Kölner Straße gesucht haben“, so Hamid. Bei ihm hängen mittlerweile, wie an anderen Ständen auch, Hinweisschilder, die über die Maskenpflicht und allgemeine Hygienemaßnahmen aufklären.

Nach gut drei Monaten Pause verkauft auch Sakis Tzabambazis seit Freitag nun wieder Damenmode auf dem Wochenmarkt. „Es kommen vielleicht etwas weniger Kunden als sonst, aber sie kommen“, so Tzabambazis. Dass die Menschen aufgrund der neuen Hygieneregeln bei den Frischwarentheken so lange Wartezeiten in Kauf nehmen müssen, sieht er allerdings als Nachteil für andere Händler. Wenn die Menschen schon so lange Zeit anstehen müssten, würden sie sich möglicherweise auch weniger Zeit nehmen, um an den anderen Verkaufsständen stehen zu bleiben. Sorge, sich mit Corona zu infizieren, hat er aber nicht: „Die meisten Menschen halten sich meiner Meinung nach an die Hygienevorschriften“. Bei ihm gilt, wie bei allen anderen Ständen auch: Kein Verkauf ohne Maske.

Dass die Maßnahmen sinnvoll sind und vor einer Infektion schützen können, findet auch eine weitere Händlerin, die Damenmode und -schmuck auf dem Dormagener Wochenmarkt verkauft: „Ich halte alle Maßnahmen für sinnvoll, die die Pandemie bekämpfen.“ Kunden kämen auch trotz der Maßnahmen. „Meine Kunden freuen sich sehr, dass ich wieder da  bin.“

Trotz des regen Zulaufs beim Wochenmarkt am Freitag ist vielen Besuchern schon bewusst, dass es Veränderungen gab: „Das Erlebnis-Empfinden ist anders“, findet ein Marktbesucher. Zwar seien die Hygienevorkehrungen wichtig, man habe aber dennoch das Gefühl, unfreier zu sein. Ähnliches empfindet City-Passantin Berit Rethmann. Auch sie begrüßt die Zusammenführung des Dormagener Wochenmarktes unter den entsprechenden Hygienevorkehrungen, nimmt gleichzeitig aber auch die Einschränkungen für den Alltag war. „Wir müssen uns jetzt wohl an die neue Realität gewöhnen“, meint sie. Wichtig dabei sei, dass alle Rücksicht aufeinander nähmen.