1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagener Malteser organisieren Kinder-Mal-Aktion für Senioren

Malteser Dormagen : Einsatz für Kinder und Senioren in Corona-Krise

Die Dormagener Malteser haben mit einer Mal-Aktion Abwechslung in das Leben von den Ältesten und Jüngsten der Stadtgemeinschaft gebracht. Auch für das Team der ehrenamtlichen Helfer hatte das einen positiven Nebeneffekt.

Für viele Dormagener Senioren ist die aktuelle Situation nach wie vor schwierig – denn trotz zahlreicher Lockerungen in Sachen Corona-Verbote sind Besuche in Seniorenheimen noch stark eingeschränkt, um das Ausbreitungsrisiko des Virus zu minimieren. Die Bewohner des Caritas-Seniorenzentrums Nievenheim und des Malteserstifts St. Katharina in Hackenbroich konnten sich jetzt daher umso mehr über eine Überraschung freuen: Die Dormagener Malteser übergaben den Heimleitungen Blumen und viele bunte Kunstwerke, die Kinder im Rahmen einer Aktion der Hilfsorganisation gemalt hatten.

„Wir wollten uns damit sowohl für ältere Menschen als auch für Kinder engagieren“, sagt Celina Kullmann. „Denn wenn man bedenkt, wer in der Corona-Krise besonders zurückstecken muss, dann sind sie es – sie verstehen oft gar nicht, was gerade passiert.“ Die 21-jährige Medizinstudentin ist eine von rund 30 Ehrenamtlichen der Dormagener Malteser und leitet dort die Sanitätsdienste. Schon seit rund sechs Jahren arbeitet sie ehrenamtlich für die Hilfsorganisation. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Martin Euler hatte sie die Mal-Aktion kurz nach Ostern initiiert.

Eins der Malteser-Bilder, die Kinder ausgemalt haben. Foto: Malteser Dormagen

Die beiden riefen auf der Homepage und der Facebook-Seite der Dormagener Malteser zum Mitmachen auf, außerdem schrieben sie Kindergärten und Grundschulen in ganz Dormagen an. Die Resonanz auf diesen Mal-Aufruf war groß – scheinbar hatten sie einen Nerv getroffen, denn angesichts geschlossener Schulen, Kindergärten und Spielplätze fehlte vielen Kindern seit Wochen eine Beschäftigung. Zudem zeigte sich darin die Bereitschaft der Kinder, den älteren Menschen eine Freude zu bereiten.

Auch das Malteser-Team vermisst momentan die Gemeinschaft, die sonst üblich bei ihnen ist. „Wir machen oft Wachabende oder grillen zusammen“, erzählt Martin Euler, der sich gerade in der Endphase seines Rettungsingenieurwesen-Studiums befindet. Nebenberuflich arbeitet er im Hausnotruf und hat deswegen die Unsicherheit der Senioren angesichts der Corona-Krise direkt mitbekommen – für ihn war das ein Grund, sich besonders für sie einzusetzen. Aber auch für das Teamgefühl sei das Ganze sehr wertvoll gewesen. „Wir haben jetzt endlich nochmal etwas zusammen auf die Beine gestellt,“ sagt der 26-jährige Dormagener. So hätten einige Kollegen selbst zum Stift gegriffen und Vorlagen zum Ausmalen erstellt: etwa einen Malteser-Rettungswagen, die „Ritterin Maltine in Zons“ oder den „Maltikopter“. Und die Mädchen und Jungen malten eifrig bunte Kunstwerke. Zurück kamen viele bunte Bilder, die jetzt die Seniorenzentren schmücken. „Manche haben sogar noch einen kurzen Text zu ihrem Bild geschrieben, was sehr süß war“, berichtet Kullmann.

Celina Kullmann und Martin Euler übergeben Bilder und Blumengrüße an Jennifer Weidig (r.), Pflegedienstleiterin des Caritas-Seniorenzentrum Nievenheim. Foto: Malteser

Für Senioren bietet der Malteser-Hilfsdienst einmal im Jahr eine Wallfahrt an, außerdem werden Pilgerfahrten nach Rom organisiert – auch Celina Kullmann war schon dabei. Für sie und ihre Malteser-Kollegen ist es wichtig, gemeinsam im Team etwas zu bewegen und etwas Sinnvolles zu tun. „Wir haben ja bewusst die Entscheidung getroffen, anderen Leuten helfen zu wollen“, so Kullmann.

Bei den Dormagener Maltesern engagieren sich rund 30 Menschen unterschiedlichen Alters und Berufes in der Breitenausbildung, dem Katastrophenschutz, Sanitäts- und Rettungsdienst sowie in sozialen Diensten. „Wir sind sehr nah dran an den Menschen“, sagt Kullmann. Die freiwilligen Helfer bieten Unterstützung in unterschiedlichen Lebenssituationen – ob im Sanitätszelt auf dem Schützenfest, beim Karneval oder eben während Corona.