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Dormagen: Dormagener Kinder sind fit

Dormagen : Dormagener Kinder sind fit

Im Sportausschuss wurden gestern die jüngsten Ergebnisse der Fitness-Tests für Dormagener Grundschüler diskutiert. Über 80 Prozent der Kinder sind "normal sportlich", aber viele brauchen Förderung.

Über Bewegungsmangel, Übergewicht und motorische Defizite von Kindern wird viel geklagt — aber wie steht es konkret um die Fitness der Dormagener Kinder? Darüber gibt der alljährliche "ProFit-Check" Auskunft, bei dem möglichst viele Grundschüler sportlich getestet werden. Sie müssen acht Testmodule durchlaufen, die Rückschlüsse auf die fünf Hauptindikatoren für Fitness erlauben: Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination. "Es geht darum, altersabhängig die motorischen Fähigkeiten zu testen", erklärt Anja Jungmann vom städtischen Sportservice. Dazu gehört ein 20-Meter-Sprint ebenso wie Standweitsprung, Hindernislauf oder Medizinballstoßen.

Seit 2008 werden die Tests in Zusammenarbeit mit der Uni Wupertal bei Erstklässlern durchgeführt; ein Jahr früher als in anderen ProFit-Kommunen wie Düsseldorf, Ratingen oder Hilden. Gestern Abend im Sportausschuss wurde vor allem die Frage diskutiert, welche Aussagekraft die Ergebnisse haben — und welcher Trend sich aus ihnen ablesen lässt. In diesem Jahr nahmen 475 Kinder teil. "Das sind nicht alle Grundschüler. Es gibt l krankheitsbedingte Ausfälle. Und Eltern, die der Auswertung der Tests nicht zustimmen", sagt Jungmann. Dennoch erlaubt der Test Rückschlüsse auf den Fitness-Zustand der Dormagener Kinder.

Positiv: 395 der 475 ausgewerteten Kinder sind "normal sportlich". Mit Blick auf frühere Ergebnisse sieht Anja Jungmann eine positive Entwicklung. Was auch daran liegt, dass die Stadt sportliche Nachhilfe ernst nimmt und auch auf motorische Förderung in drei Kindertagesstätten und Ganztagsangebote an den Grundschulen verweisen kann. Zu tun bleibt noch genug: 13 Prozent der Kinder, also 64 Erstklässler, zeigten Bewegungsförderbedarf. "Das ist nicht dramatisch", sagt Detlef Zenk, Vorsitzender des Sportausschusses. Ihm macht, vor allem aus Sicht der Vereine, eher Sorgen, dass nur wenige den "Talent"-Status erreichen. 16 Talente unter 475 Schülern, also drei Prozent, sind ein sehr niedriger Wert.

"Das schwankt von Jahr zu Jahr, die Ergebnisse sind auch von der Tagesform abhängig", meint Jungmann. 2010 waren 547 Kinder gecheckt worden, darunter waren 40 Talente (sieben Prozent) und 76 Kinder mit Bedarf an Bewegungsförderung (14 Prozent).

(NGZ/jt)