Dormagener in Berlin: Neues Netzwerk für junge Bürgermeister

Dormagen in Berlin vertreten : Ein neues Netzwerk für junge Bürgermeister

Auftakt-Treffen in Berlin: Deutschlandweiter Ideenaustausch junger Verwaltungs-Chefs.

Mehr als 60 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet kamen in der vergangenen Woche zum ersten deutschlandweiten Austausch von jungen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern nach Berlin. „Was dabei vor allem deutlich wurde: Es gibt einen riesigen Bedarf an regem, überparteilichen Austausch, an neuen Kontakten und natürlich an guten Ideen“, sagt Bürgermeister Erik Lierenfeld, der auch an dem Treffen teilnahm.

Die zentrale Frage bei der Kick-Off-Veranstaltung in der Bundeshauptstadt lautete: „Organisieren wir uns?“ Die Antwort war ein klares Ja. Roland Schäfer, stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB) und Bürgermeister in Bergkamen, betonte in seinem Grußwort, wie wichtig ein solches Netzwerk auch für den DStGB ist: „Jüngeren Menschen den Einstieg und den Verbleib in der Kommunalpolitik zu erleichtern ist ein wichtiges Anliegen für die Zukunft unserer Städte und Gemeinden!“

Die provokante Frage des Auftaktvortrags war „Sind junge Politiker nur jung verkleidete Alte?“ Jugendforscher Professor Bernhard Heinzlmaier aus Wien stellte einen steigenden Konformismus in Politik und Gesellschaft fest. Auch die Politik erreiche die junge Bevölkerung nicht mehr, weil diese die falschen Emotionen anspreche und in ihrer Kommunikation schlicht an der jungen Generation vorbeirede.

„Ich denke, dass wir in Dormagen schon den richtigen Ton angeschlagen haben“, meint Lierenfeld. „Das zeigt auch der Erfolg unseres kommunalpolitischen Praktikums #lifehack – Mitmachen. Verstehen. Gestalten.“ Der Blick über den Tellerrand verspreche aber neue Perspektiven: „Und dadurch können wir noch besser werden“, betont Lierenfeld.

Die Unternehmerin und Gründerin des Jugendbeirats der Konrad-Adenauer-Stiftung, Diana Kinnert, diskutierte mit Alexander Handschuh, Sprecher des DStGB, über das oft schwierige Verhältnis von Politik, Parteien und Jugend. Sie verdeutlichte, wie sehr die Gesellschaft eine stärkere Repräsentanz der nachrückenden Generation brauche, damit diese den Wandel mitgestalte. „Das hat mich in unserem Ansatz, Kinder und Jugendliche möglichst stark einzubinden bestärkt“, erklärt der Dormagener Verwaltungschef. Klar wurde: Mit diesem überparteilichen Netzwerk können junge Bürgermeister fortschrittliche und ideenreiche Kommunalpolitik vorantreiben.

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