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Dormagen: Dormagener Hotels boomen

Dormagen : Dormagener Hotels boomen

Die Dormagener Hotels und Gasthöfe haben die Krise überwunden. Exorbitant angestiegen sind die Übernachtungszahlen im ersten Halbjahr 2011. Ein Grund ist der stark anziehende Geschäftsreiseverkehr.

Wenn die Wirtschaft brummt, läuft auch das Ragusa. Auf diese simple Formel bricht Ivo Garbin, Geschäftsführer des Hotels am Marktplatz, den derzeitigen Boom herunter. Das erste Halbjahr 2011 sei prima gelaufen, und auch für den Herbst sind viele Zimmer bereits ausgebucht. "Wir beherbergen hauptsächlich Messegäste und Monteure", sagt Garbin. Bayer, Hoyer, Alunorf — diese Unternehmen tragen ihren Aufschwung auch ins Ragusa.

In den anderen Hotels der Stadt sieht es ganz ähnlich aus. Das belegen die Zahlen, die das statistische Landesamt IT.NRW nun herausgegeben hat. Demnach ist die Zahl der Gästeübernachtungen im ersten Halbjahr 2011 um 75,6 Prozent auf 48 997 gestiegen; im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es gerade einmal 27 902. Auch entdecken immer mehr ausländische Gäste Dormagen für sich: 6073 Übernachtungen standen bisher zu Buche (Vorjahr: 4631).

Für einen Teil des grandiosen Aufschwungs ist allerdings die AHG-Suchtklinik am Bahnhof verantwortlich, wie IT.NRW-Sprecher Leo Krüll bestätigt. Erstmals seien die 112 Betten der Klinik mitgezählt worden. Beeindruckend sind die Zahlen dennoch: "Die Hotels haben einen Anstieg von 24 Prozent, die Gasthöfe von knapp 14 Prozent", sagt Krüll.

Das kann auch Ivica Pandzic vom Hotel Höttche bestätigen. In der Herberge an der Krefelder Straße werden derzeit 32 zusätzliche Zimmer geschaffen. Es sei deutlich besser als im Vorjahr, heißt es auch dort. Viele Firmen würden in diesem Jahr buchen und Monteure.

Über die Zahlen freut sich Guido Schenk, Chef des Stadtmarketing bei der SVGD. Er findet es "statistisch korrekt", dass die Gäste der AHG-Klinik mitgezählt werden. Schließlich nähmen die auch an den Stadtführungen als Touristen teil. Schenk meint, dass von dem Boom hauptsächlich die Hotels in der Innenstadt profitieren.

Über "Rekordzahlen" jubiliert man auch beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA). Dort verweist man immer wieder auch auf die Effekte durch den European Song Contest im Mai. "Dormagen profitiert zudem aufgrund seiner Lage auch vom Messegeschäft in Düsseldorf", sagt DEHOGA-Sprecher Torsten Hellwig — und von der Bettensteuer in Köln. Unter anderem Bayer habe dazu aufgerufen, die Steuer bei Hotelbuchungen zu vermeiden.

Ein Anstieg der Übernachtungszahlen und Gästeankünfte hat aber generell in NRW stattgefunden. Bei den Zahlen der Nachbargemeinde Rommerskirchen wird sich manch ein Statistiker die Augen gerieben haben. Die Zahl der Gästeankünfte stieg um 1590,7 Prozent.

(NGZ)