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"Dormagener Gespräch": Besseren Rahmen für Wasserstoff schaffen

Dormagener Gespräch : „Wir kommen an Wasserstoff nicht vorbei“

In der Reihe „Dormagener Gespräch“ der Konrad-Adenauer-Stiftung ging es in Knechtsteden um die Bedeutung dieser Zukunftstechnologie - auch für den Standort Dormagen.

Was brauchen wir, um dem Hoffnungsträger Wasserstoff zum Durchbruch zu verhelfen? Welchen Beitrag kann der Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft zum Klimaschutz leisten?  Um diese Fragen ging es bei einem „Dormagener Gespräch“ der Konrad-Adenauer-Stiftung unter Schirmherrschaft des Bundestagsabgeordneten Hermann Gröhe. Gut 200 Gäste folgten der Einladung - Bürgerinnen und Bürger aus dem Rhein-Kreis Neuss ebenso wie Wirtschaftsvertreter und nicht zuletzt viele interessierte Schülerinnen und Schüler.

Gröhe betonte die große Bedeutung von Wasserstoff für ein Gelingen der Energiewende, für den Erhalt von Wohlstand und Arbeitsplätzen sowie einen ehrgeizigen Klimaschutz. Die großen Wasserstoff-Vorhaben von Covestro, Ineos und Currenta im Chempark Dormagen seien „Lichtblick und Leuchttürme“ - gleichwohl seien weitere Anstrengungen erforderlich, um ein starker Standort für die zukünftige Wasserstoffwirtschaft zu werden. Dazu wolle die Veranstaltung beitragen, „um von denjenigen zu lernen, die in Wissenschaft und Wirtschaft den Umbau der Energieversorgung hin zum Wasserstoff vorantreiben“.

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Zu Gast waren im Norbert-Gymnasium Professor Karsten Pinkwart, der als Naturwissenschaftler und Forscher am Fraunhofer Institut für Chemie und Treibstoffe auch Mitglied im Nationalen Wasserstoffrat der Bundesregierung ist, und Dieter Ostermann, der die Neusser neoxid GmbH zu einem Weltmarktführer im Bereich Wasserstofftechnik gemacht hat und den Wasserstoff Hub Rhein-Kreis Neuss/Rheinland  gründete. Die Gesprächsführung übernahm Professor Jan-Philipp Büchler, Wirtschaftswissenschaftler und Innovationsforscher.

Zunächst stellte Pinkwart die deutsche und die europäische Wasserstoffstrategie vor. Er betonte: „Aus diesen Strategien müssen vor Ort durch eine bestmögliche Förderung, Vernetzung und Stärkung gute Rahmenbedingungen entstehen, die aus neuen Ideen neue Anwendungen in der Wirtschaft werden lassen.“ Dazu müsse der Austausch von Wirtschaft und Wissenschaft mutig vorangetrieben werden. Erforderlich seien mehr Anwendungen und Testanlagen in industriellem Maßstab. Dafür sei der Standort Dormagen hervorragend geeignet.

Dieter Ostermann ergänzte in seinem Vortrag: „Wenn wir die Industrie mit ihrem großen Energiebedarf bei uns im Rhein-Kreis Neuss ohne Treibhausgasausstoß ausrichten wollen, kommen wir an Wasserstoff nicht vorbei. So lässt sich etwa die Aluminiumschmelze nicht durch Strom betreiben. Wir benötigen dafür Wasserstoff, der mithilfe von erneuerbarem Strom und Elektrolyse vor Ort erzeugt wird.“ Der von ihm mitbegründete Wasserstoff Hub RKN/Rheinland bindet als Netzwerk Beteiligte aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft ein und schiebt gezielt Vorhaben in unserer Region an. „Wasserstoff und der Rhein-Kreis Neuss“, so Ostermann, „das passt meiner Meinung nach hervorragend zusammen. Die vorhandenen Gasleitungen und Stromnetze sowie der hervorragende Anlagenbau hier in der Region bieten bestmögliche Voraussetzungen für die Wasserstoffwirtschaft.“

Im Anschluss an die Vorträge gab es einen Austausch mit den Besuchern.  Dabei ging es darum, wie das Wissen um die großen Chancen der Wasserstofftechnik gesteigert werden kann. „Hier würde ein Info- oder Testzentrum rund um den Wasserstoff helfen“, waren sich die Redner einig. Jan-Philipp Büchler:  „Wir sollten beim Energieträger Wasserstoff beherzter und ohne Scheuklappen vorgehen. Derzeit gibt es noch nicht genug kostengünstigen ,grünen‘ Wasserstoff, der mithilfe von erneuerbarem Strom erzeugt wird. Darauf können wir jedoch nicht warten. Der Aufbau der Wasserstoffwirtschaft muss vorangetrieben werden, auch wenn der dabei eingesetzte Wasserstoff zunächst nicht ausschließlich mit erneuerbarem Strom erzeugt wird.“

(NGZ)