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Dormagen: Dormagener erfindet Wein-Kartenspiel

Dormagen : Dormagener erfindet Wein-Kartenspiel

Der gebürtige Dormagener Christian Weiß (30) hat zusammen mit Partnerin Jessica Schönfeld ein "Weintett" auf den Markt gebracht. Das Kartenspiel soll Laien und Kennern Wissen über Wein vermitteln und dabei vor allem Spaß machen.

Die ersten 28 Jahre seines Lebens hat der gelernte Landschaftsgärtner Christian Weiß in Dormagen verbracht. Dann zog es ihn vor zwei Jahren in die 200 Kilometer entfernte hessische Kleinstadt Geisenheim. Das Ziel: Ein Studium der Getränketechnologie, das der 30-Jährige jetzt im fünften Semester bestreitet. Mit Getränken hat sich Weiß aber nicht nur in seinem Studium beschäftigt: Seit Juni vertreibt er gemeinsam mit seiner Partnerin Jessica Schönfeld ein Wein-Quartett, das den passenden Namen "Weintett" trägt.

"Die Idee dazu ist uns im dritten Semester gekommen. Wir haben festgestellt, dass ein Einstieg in das Thema "Wein" für viele Interessierte gar nicht so einfach ist. Wenn man sich mit Profis unterhält, versteht man nur Bahnhof. Bücher wälzen, ist meist nicht so effektiv", erklärt Weiß. "Die beste Art, etwas zu lernen, ist die spielerische. Und die Regeln von Trumpfquartetten kennt jeder noch aus seiner Kindheit."

Neben 32 Quartettkarten, auf denen deutsche und österreichische Rebsorten vorgestellt werden, erhält das Set zusätzlich 13 Karten mit Informationen über deutsche Anbaugebiete und 13 Karten mit einfachen Erklärungen zu Begriffen aus der Weinbranche. "Damit können dann auch Profis beim Fachsimpeln verstanden werden", sagt Weiß lachend. Außerdem seien viele Spielvarianten möglich. Von anderen Quartetts unterscheide sich das "Weintett" vor allem durch das elitäre Thema. "Unser Quartett ist eher für junge Erwachsene und für Erwachsene gedacht als für Kinder." Die Informationen seien fachlich korrekt, die Karten und die Metallverpackung hochwertig. "Dafür haben wir schon viel Lob bekommen", erzählt Weiß. Den Studenten fasziniert Wein vor allem, weil er einen Sonderstatus unter den Getränken hat. "Wein ist ein richtiges Luxusgut. Außerdem gefällt mir die Vielfältigkeit. Die meisten Getränke haben nur einen Produktionsstandort. Wein kommt aus den unterschiedlichsten Regionen – vor allem aus Süddeutschland und in Österreich, weshalb der gebürtige Dormagener wohl nicht in seine Heimatstadt zurückkehrt. "Beruflich gesehen, muss man als Getränketechnologe dahin, woher das Produkt kommt", erklärt Weiß. Eine Selbstständigkeit in Dormagen sei aber vorstellbar.

Bis dahin möchte er sich auf sein "Weintett" konzentrieren. In seiner Freizeit trinkt Weiß nach eigener Einschätzung viel mehr Wein als seine Altersgenossen. Dabei bevorzugt er Weißwein. "An Rotwein muss man sich heranarbeiten, was den Genuss von Aromen und Tanninen angeht. Außerdem gehört er eher zu hochpreisigem Essen, als Student muss aber oft Pasta herhalten", erklärt Weiß schmunzelnd.

(NGZ)