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Dormagen: Dormagener Chefarzt für Frauenkliniken

Dormagen : Dormagener Chefarzt für Frauenkliniken

Ab Herbst 2014 sollen die Frauenkliniken in Grevenbroich und Dormagen gemeinsam vom Dormagener Chefarzt Dr. Karl-Günter Noé geführt werden. In Grevenbroich sieht die UWG dadurch die Zukunft der Klinik bedroht.

Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Kreiskrankenhäusern in Dormagen und Grevenbroich wird intensiver. Geleitet werden die Rhein-Kreis Neuss Kliniken von Krankenhausdirektor Ralf H. Nennhaus, es gibt mit Thomas Weyers einen Pflegedirektor für beide Standorte und auch bei der Qualifizierung arbeiten die Häuser stark zusammen. Nun sollen die Frauenkliniken in Dormagen und Grevenbroich ab Herbst 2014 nach dem Ausscheiden des Grevenbroichers Dr. Edgar Harms im Herbst 2014 von Dormagen aus geleitet werden – von Chefarzt Dr. Karl-Günter Noé, der in Köln lebt.

Gegen diesen Vorschlag, der dem Kreistag von Ralf Nennhaus unterbreitet wurde, regt sich nun in Grevenbroich der Widerstand der UWG-Fraktion, die sich mit einem einen offenen Brief an Bürgermeisterin Ursula Kwasny gewandt haben, da sie die Zukunft der Frauenklinik im St.-Elisabeth-Krankenhaus in Gefahr sieht. Ratsherr Carl Windler hat Kwasny aufgefordert, sich für den Erhalt einzusetzen.

Dass künftig eine Chefarztstelle in der Schlossstadt eingespart wird, kritisiert die Grevenbroicher UWG stark. "Aus medizinischer und qualitativer Sicht ist das unverantwortlich. Eine solche Akut-Klinik erfordert in einer mittelgroßen Stadt wie Grevenbroich die Präsenzpflicht eines Chefarztes – die wäre nach den aktuellen Plänen nicht mehr gegeben", betont Professor Hans-Rainer Willmen, UWG-Vorstandsmitglied und viele Jahre ärztlicher Direktor des Elisabeth-Krankenhauses in Grevenbroich. Er meint: "Grevenbroich braucht auch in Zukunft eine funktionierende, selbständige Frauenklinik mit Geburtshilfe und Gynäkologie."

Diese Anforderung trägt auch Kreiskrankenhausdirektor Ralf H. Nennhaus mit: "Durch die gemeinsam von einem Chefarzt geleiteten Frauenkliniken werden beide erhalten, auch das Grevenbroicher Brustzentrum kann so gerettet werden", verweist er auf nötige Kosteneinsparungen. Wie die Organisation im Detail aussieht, steht noch nicht fest, wie der Kliniken-Chef sagt: "Wir sind mit den Oberärzten in Gesprächen." Sie würden ausreichende Kompetenzen erhalten, verspricht Nennhaus, der daran erinnert, dass es Zentren auch nur in einer der beiden Kliniken gebe: Geriatrie in Grevenbroich und Orthopädie in Dormagen. "Ein Frauenheilkunde-Chefarzt muss im Gegensatz zum Geburtshelfer nicht direkt neben der Klinik wohnen", betont Nennhaus, der die Bedenken von Professor Wilmen nicht teilt.

Die Lösung, "die Klinik mit der Stelle eines weisungsgebundenen Oberarztes betreuen zu lassen", verbiete sich mit Blick auf die Kontinuität eines Lehrkrankenhauses, meint Willmen weiter: "Es besteht die Gefahr einer großen Fluktuation von qualifizierten Oberärzten, die sich negativ auswirken wird." Patientinnen könnten sich zur Stadt Neuss hin orientieren. "St. Elisabeth würde unter diesem Konstrukt zu einem Krankenhaus zweiter Klasse degradiert", befürchtet Windler.

Die UWG fordert Kwasny auf, sich für einen in der Fraktion erarbeiteten Lösungsvorschlag einzusetzen: Der erste Oberarzt der Grevenbroicher Frauenklinik, Dr. Clemens Stock, solle mit der Chefarzt-Nachfolge betraut werden, damit könne eine Oberarzt-Stelle entfallen. "Denkbar wäre auch eine zweijährige Vertrags-Verlängerung des bewährten Chefarztes Dr. Harms als Übergangslösung", meint Willmen.

(NGZ)