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Dormagen: Dormagener bringen Mikroskope nach Peru

Dormagen : Dormagener bringen Mikroskope nach Peru

Der ehemalige Chempark-Leiter Walter Leidinger und Ex-Biologielehrer Norbert Grimbach helfen Kindern im Andenstaat.

Seit sein Sohn Christopher 2006/07 ein Jahr als Freiwilliger bei "Corazones para Peru" im Andenstaat gearbeitet hat, kennt und unterstützt Walter Leidinger, der ehemalige Chempark-Leiter, den gemeinnützigen Verein, der auf Deutsch "Herzen für eine Neue Welt" heißt. Seit 2014 ist er im Vorstand aktiv. Nun hat der gebürtige Peruaner gemeinsam mit dem ehemaligen Biologielehrer Norbert Grimbach 17 ausgediente Mikroskope in das Kinderdorf Munaychay, die Grundschule "Arco Iris" in Urubamba, die Kinder des Kinderheims besuchen, das Gesundheitszentrum und die Secundaria-Schule im Dorf Huilloc gebracht. "Es ist wunderbar, wie glücklich Kinder und Erwachsene waren, dass sie nun auch selbst Wasser und andere Stoffe untersuchen können", berichtet der engagierte Leidinger, den die Freude fast beschämte.

Walter Leidinger und Norbert Grimbach (r.) mit einem der 17 Mikroskope für Peru. Foto: Verein

Was sie jedoch alles beachten mussten, bevor die technischen Geräte bei den Peruanern ankamen, wussten beide nicht, als sie im Vorjahr beim Netzwerktreffen "Dormagen Inside" über die naturwissenschaftliche Förderung in Peru sprachen. "Ich wusste von ausgedienten Mikroskopen, mit denen ich unterrichtet hatte, die in meiner alten Schule, der städtischen Realschule Am Sportpark, im Keller lagerten", erinnert sich der pensionierte Lehrer Grimbach an das erste Gespräch. Nun mussten zunächst die Mikroskope für den guten Zweck "losgeeist" werden. "Da möchten wir uns bei Dörte Puhl und Jan Peter Krause von der Realschule und Sonja Zeidler vom Schulverwaltungsamt Dormagen bedanken", führt Leidinger aus. Den Winter über sorgte Norbert Grimbach dafür, dass die 17 Mikroskope, von denen 16 nicht mehr funktionierten, wieder hergerichtet wurden. "Da kaum noch Ersatzteile zu beschaffen waren, weil es die Hersteller nicht mehr gibt, habe ich ein Mikroskop auseinandergebaut, um die Einzelteile zu erhalten", schildert Grimbach seine Arbeit, bei der Feingewinde mit einer Schlüsselfeile nachgefeilt oder brüchige Elektrokabel ausgetauscht, Euro-Stecker eingebaut werden mussten. "Alles wurde gesäubert, neu justiert und auf den besten Stand gebracht", so Grimbach. Die dazugehörigen Holzkästen bearbeitete er auch neu. Damit auch das Zubehör stimmte, suchte Leidinger Unterstützung beim ehemaligen Nachbarn: "Wir danken dem Ineos-Geschäftsführer Axel Goehrt für seine Unterstützung, außerdem der Bayer-Stiftung, die unser Projekt mit 3500 Euro für den MINT-Raum gefördert hat, und der Spedition TEC aus Dormagen um Stefan Schlenzig und Thomas Dittmann, die den Transport und die Verzollung der insgesamt 130 Kilogramm schweren Mikroskope übernommen hat, was eine Riesen-Hilfe war", sagte Leidinger, der betont: "Das Projekt ist ein Rundum-Projekt und ein guter Weg, bei den jungen Menschen in den abgelegenen Regionen der Anden die Neugier auf das Erforschen und die Naturwissenschaften allgemein zu wecken." Zwei Tage, bevor Leidinger und Grimbach in Peru ankamen, waren auch die Mikroskope dort eingetroffen. "Es geht darum, der Gesellschaft ein wenig von dem Guten zurückzugeben, das ich erlebt habe", benennt Leidinger seine Motivation, sich für sein Heimatland zu engagieren.

(NGZ)