Dormagen will Programmkino in der Kulturhalle

Kultur in Dormagen: Stadt will Programmkino in der „Kulle“

Nach dem Aus des Großkinos hat die Stadt eine Lösung: Ein Angebot für verschiedene Zielgruppen in der Kulturhalle.

Die Mitglieder des Kulturausschusses entscheiden am Donnerstag nächster Woche darüber, ob es schon bald in Dormagen ein Programmkino geben wird. Ein entsprechender Vorschlag der Verwaltung für eine solche Einrichtung in der Kulturhalle („Kulle“) liegt auf dem Tisch. Die Kosten werden mit einmalig 50.000 Euro für die Anschaffung der benötigten technischen Ausstattung sowie auf jährlich rund 6000 Euro für den Betrieb beziffert.

Das plötzliche Aus von „Dein Kino“ im Sommer ist letztlich die Triebfeder für diesen Vorstoß der Stadt. Denn seitdem steht die 65.000 Einwohner große Mittelstadt Dormagen ohne Kino dar. „Ein Kino ist ein wichtiges Angebot in einer lebendigen, vielfältigen Stadt“, sagt Wirtschaftsförderer Michael Bison, „vor allem auch für junge Leute.“ Wann und ob überhaupt es wieder ein Großkino geben wird, in dem auch aktuelle Blockbuster gezeigt werden, ist völlig unklar. Das liegt an der ungewissen Zukunft des Dormacenters und den unklaren Plänen der Besitzer der Immobilie.

Daher kommen kreative Alternativen natürlich gelegen. Da gab es das spontane Angebot von Jorgos Flambouraris im Sommer vor dem Lokal „Pink“. Da laufen Vorbereitungen für Kinovorführungen auf der Freilichtbühne in Zons. Und jetzt ein Programmkino: „Das ist auch Ausdruck einer wirklichen großen kulturellen Vielfalt und einem beachtlichen Engagement der Dormagener“, sagt Bison.  Bis es soweit ist, müssen zunächst einige Hürden überwunden werden. „Um ein entsprechendes Angebot machen zu können, ist es von entscheidender Bedeutung, ein hochwertiges, den heutigen Ansprüchen der Kinobesucher angepasstes technisches Equipment vorzuhalten“, sagt die zuständige Beigeordnete Tanja Gaspers.  Eine solche Ausstattung ist in der Kulturhalle nicht vorhanden.  Die Stadt hat verschiedende Szenarien durchgespielt und sich dazu entschieden, die „Kulle“ als Veranstaltungsort zu nehmen und diese möglichst mit einer modernen Übertragungs- und Tontechnik, die dort bislang nicht zur Verfügung steht, auszustatten. Kultur-Fachbereichsleiterin Ellen Schönen-Hütten sagt: „In der Kulturhalle könnte dann ein Kinoprogramm angeboten werden, das aus Programmkino, dem bekannten und beliebten Seniorenkino und Aufführungen für Kinder und Jugendliche bestehen soll.“ Nach dem Aus des damaligen Cineplex und dem Einzug von „Dein Kino“ gab es zunächst auch kein Seniorenkino, was von dieser Zielgruppe stark bedauert wurde.

Für die Gesamtfinanzierung erhofft sich die Stadt Fördermittel aus dem Investitionsfonds kulturelle Infrastruktur des Landes. Im günstigsten Fall müsste dann die Stadt selbst nur 20 Prozent der veranschlagten 50.000 Euro aufbringen.

Lesen Sie hierzu auch den Kommentar von Redakteur Klaus D. Schumilas.

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