Dormagen will Dachgrün stärker forcieren

Beethovenquartier Dormagen : Die Stadt will mehr Dachgrün für ein besseres City-Klima

Auf Antrag der CDU soll es im künftigen Baugebiet Beethovenquartier eine umfassende Dachbegrünung geben. Sie soll einen wichtigen Beitrag zu einem besseren Klima in der Innenstadt leisten.

Stadtverwaltung und Politik sind sich einig: Um das Klima in der Stadt zu verbessern, ist eine konsequent umgesetzte Dachbegrünung ein wichtiger Baustein. Der Planungs- und Umweltausschuss folgte jetzt einstimmig einem Antrag der CDU, wonach eine Dachbegrünung im geplanten Beethoven-Wohnquartier umgesetzt werden soll. Ferner sollen finanzielle Fördermöglichkeiten stärker geprüft werden. Ein Werkzeug hat die Stadt dabei selbst in der Hand: Durch die Aufstellung eines kommunalen Förderprogramms könnten eventuell anfallende Mehrkosten durch zweckgebundene Fördermittel kompensiert werden, was gleichzeitig ein zusätzlicher Anreiz für private Grundstückseigentümer wäre, ihre Dächer zu begrünen. Ob es das in Dormagen geben wird, ist offen.

Einen möglichen Vorgeschmack, wie sich der Klimawandel auf das Leben in der Stadt auswirken kann, gab es im vergangenen Hitze-Jahr. Gerade in innerstädtischen Bereichen ist die Luft besonders heiß und stickig. Weil das neue Beethovenquartier zum einen sehr zentral in der City liegen und zum anderen das neben Nievenheim IV aktuell größte Wohnungsbauvorhaben sein wird, kommt diesem Projekt auch klimatechnisch eine große Bedeutung zu. Dem wird die Stdt auch Rechnung tragen und verweist darauf, dass man auf Energieeffizienz und eine nachhaltige ökologische Ausrichtung viel Wert legen wird, weil eine „klimaverträgliche Stadtplanung zunehmend geboten ist“, wie es in einer Stellungnahme für den Ausschuss heißt. Bei der Dachbegrünung geht es um die Verbesserung des Mikroklimas, um Wasserrückhaltung, um Luftschadstofffilterung oder um Luftschalldämmung. Im Siegerentwurf des Wettbewerbs für die Entwicklung des Beethovenquartiers sind diese Zielvorgaben enthalten.

Im Ausschuss wies Grünen-Sprecher Martin Pehé auf den Widerspruch hin, wenn einerseits Dächer begrünt werden, andererseits Vorgärten mit Schotter belegt werden, der sich im Sommer stark aufheizt. Entsprechende Regelungen oder gar Verbote seien nicht ratsam, entgegnete Bürgermeister Erik Lierenfeld. Sinnvoll sei eine gute Öffentlichkeitsarbeit. Auch sei es nicht so, dass sich Dachbegrünungen und Photovoltaikanlagen ausschließen würden. Es seien auch Kombinationen möglich, entsprechende Optionen könnten mit in den Bebauungsplan aufgenommen werden. Dort soll auch festgehalten werden, dass Flachdächer und flach geneigte Dächer mit einer standortgerechten Vegetation extensiv bepflanzt werden. Darüber hinaus soll auf Tiefgaragendecken eine Vegetationsfläche aus einer 80 Zentimeter starken Bodensubstratschicht und einer Drainageschicht aufgebaut werden.

Beispielhafte Aktivitäten gibt es in Duisburg und in Neuss. Seit März 2018 fördert Neuss Dach- und Fassadenbegrünung mit bis zu 2000 Euro. Das Geld stammt aus dem Gewinn des Wettbewerbs „Klimaaktive Kommune 2017“. In Duisburg gibt es Mitmach- und Kooperationsveranstaltungen. In 2019 heißt es dort „Klimaanpassung leicht gemacht – Bauwerksbegrünung“.

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