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Dormagen: Wieder Hakenkreuze an Moschee

Bürgermeister "tief erschüttert" : Wieder Hakenkreuze an Moschee in Dormagen

In Dormagen hat es erneut rechtsradikale Schmierereien an der Moschee an der Roseller Straße gegeben. In der Nacht hinterließen Unbekannte an dem Gebäude mehr als zwei Dutzend Hakenkreuze. Erst in der vergangenen Woche waren Schulgebäude im Stadtteil Hackenbroich mit rechtsradikalen und und fremdenfeindlichen Parolen besprüht worden.

Zur Stunde werden die Schmiereien entfernt, dafür ist Experte Michael Tischler, Inhaber von "Graffito Ex", vor Ort. Bürgermeister Erik Lierenfeld (SPD) war gemeinsam mit der Polizei vor Ort und erklärte, die Moschee müsse im Rahmen eines Sicherheitskonzepts engmaschig überwacht werden.

Ein Video aus der Überwachungskamera haben die Ermittler bereits gesichtet. Darauf ist ein einzelner Täter zu sehen, der sich in - so die Polizei - provokanter Pose in Richtung Kamera wendet. Ob es weitere Täter gibt, die auf dem Video nicht zu sehen sind, ist unklar.

Die Moschee war Ende Dezember schon einmal zum Ziel von fremdenfeindlichen Sprayern geworden: In der Nacht vom 20. auf den 21. Dezember hatten Unbekannte den Rohbau bis unters Dach mit einer Vielzahl von Hakenkreuzen und fremdenfeindlichen Sprüchen beschmiert. Seitdem ermittelt der Staatsschutz, für Hinweise auf die Täter wurde eine Belohnung von 1500 Euro ausgesetzt. Vor wenigen Tagen hatten die Ermittler ein Überwachungsvideo veröffentlicht, das den oder einen der mutmaßlichen Täter zeigt.

In den ersten Tagen des neuen Jahres gab es in Hackenbroich einen weiteren Vorfall: Unbekannte - ob es sich um den oder die selben Täter handelt, ist unklar - beschmierten die Schulgebäude des Leibniz-Gymnasiums, der benachbarten Realschule, der Grundschule Burg Hackenbroich und einige weitere umliegende Häuser mit Hakenkreuzen und fremdenfeindlichen Sprüchen, darunter auch Morddrohungen gegen Ausländer. In diesem Fall wurde für Hinweise auf die Täter eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt.

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Bürgermeister Lierenfeld schreibt auf seiner Facebook-Seite, er sei "tief erschüttert".

Lierenfeld hatte nach Bekanntwerden der Schmiereien in Hackenbroich erklärt, er schäme sich für die Nazi-Parolen in seiner Stadt. Nach dem ersten Vorfall hatten sich noch am selben Tag rund 300 Menschen zu einer Solidaritätskundgebung gegen Rechts an der Moschee versammelt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Erneut Nazi-Schmierereien an Moschee in Dormagen