Dormagen: Weihnachtsmesse nur für den Hund

Im Klosterhof Knechtsteden : Weihnachtsmesse nur für den Hund

Die Hundeweihnachtsmesse lockte auch bei der neunten Auflage viele Besucher in den Klosterhof Knechtsteden. Von Accessoires über Futter und Leckerchen bis hin zu Informationen wurde ein umfassendes Programm geboten.

Die Hundeweihnachtsmesse im Klosterhof ist unter Hundefreunden längst zu einem Pflichttermin in der Vorweihnachtszeit geworden. Und so standen bereits vor der offiziellen Eröffnung zahlreiche Herrchen und Frauchen vor dem Eingang in der Schlange.

Julia Dohmen aus Dormagen zählte zu den wenigen Besuchern, die ohne ihren vierbeinigen Freund gekommen waren. „Mein Australian Shepherd ,Tamu’ wird bei vielen Menschen und vor allem bei anderen Hunden leicht nervös, deswegen habe ich ihn zu Hause gelassen“, sagte sie. „Außerdem wusste ich nicht, was mich hier erwartet – aber Freunde von mir waren so begeistert, dass ich mir selbst ein Bild machen wollte.“ Vorbei an Verkaufs- und Informationsständen von Tierschutzvereinen, Hundeschulen, Tierfotografen, -ärzten, -heilpraktikern und -physiotherapeuten sowie Versicherern, Rechtsanwälten und Hundefriseuren begab sie sich auf die Suche nach einem passenden Regencape für ihren Liebling. „Er geht zwar gerne schwimmen, hasst aber Wasser von oben. Deshalb suche ich eines“, erzählte sie.

Mit „A.S.P.A. Friends“ präsentierte sich zum zweiten Mal ein Tierschutzverein, der mit einem Tierheim im spanischen Villarobledo zusammenarbeitet und Jagdhunde, Galgos und weitere Rassen in ein gutes neues Zuhause auf Lebenszeit vermittelt. „Die Hundeweihnachtsmesse ist eine ganz tolle Veranstaltung, an der wir gerne teilnehmen“, sagte Jessica Eschweiler, die den Weg von Bad Münstereifel nach Knechtsteden gefahren war, um durch den Verkauf von handgefertigten Leinen oder anderen nachhaltigen Produkten den Verein zu fördern.

Auch das Tierheim Dormagen und die Tiertafel Köln stellten sich und ihre Arbeit vor. Alle Hände voll zu tun hatte auch Eveline Keuthen, die mit ihrem Mann und ihrer Enkelin sowie Eurasierdame „Cira“, Yorkshire „Winnie-Pooh“ und Samujede „Laia“ nach Knechtsteden gekommen war. „,Laia’ stammt aus dem Tierschutz, sie ist vor vier Wochen aus der Türkei zu uns gekommen“, berichtete sie. Kaum vorstellbar sei es gewesen, dass der große Hund in einem kleinen Gitterkäfig sein Dasein fristen musste. „Wir sind sehr froh, dass die Tiere sich untereinander toll verstehen – und für unseren Neuankömmling können wir auch noch ein paar Dinge gebrauchen.“ Das weiß auch Veranstalterin Astrid Krauß, die ihrer Hündin „Karla“ nach eigener Aussage zwei Monate lang jeden Tag ein anderes Halsband anlegen könnte. „Für das Tier gibt man gerne Geld aus“, weiß sie.

Auf die Idee, eine Hundeweihnachtsmesse zu veranstalten, kam sie, weil sie als Reiseveranstalterin für Urlaube von Mensch und Hund eine Plattform suchte, sich zu präsentieren. „Inzwischen haben wir gut 70 Stände und können nahezu jeden Bereich abdecken.“ Klangmassage für ängstliche Hunde, die den Physiotherapeuten nicht ohne Weiteres an sich ranlassen, Beratung für die passende Versicherung für Hund und Halter, Tipps für die Kommunikation mit dem eigene Tier, Ernährungsberatung, Jacken, Leinen, Halsbänder – der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt.

Für Unterhaltung sorgte das Bühnenprogramm mit einem Fotowettbewerb für Hunde, Vorträgen von der Rechtsanwältin Marie-Claire Moll-Eichhorn, die einen Überblick über das Tierrecht gab, der Tierphysiotherapeutin Svenja Watz über Klangmassage oder Uli Reimann über Cannabis für Tiere sowie von Angi Pongs vom „Search Detection“-Team über Geruchsdifferenzierung und Mentrailing.

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