Dormagen: Warnung vor unseriösen Inkassobüros

Forderungen stets prüfen : Verbraucherschützer warnen vor unseriösen Inkassobüros

Eine Person in einem rosa Hasenkostüm oder im Trenchcoat, die einer anderen auf Schritt und Tritt nachstellt: Was anmutet wie eine Szene aus einem skurrilen Film, haben einige Menschen in der Rolle des Verfolgten bereits erlebt.

Dabei handelt es sich um eine besonders perfide Methode unseriöser Inkassounternehmen, mit denen sie Schuldner unter Druck zu setzen versuchen. Doch oft reichen bereits förmlich gehaltene Schreiben oder E-Mails, um die Adressaten nicht nur zu Zahlungen zu bewegen, sondern auch zur Akzeptanz mitunter unberechtigter oder zu hoher Gebühren. Paulina Wleklinski aus der Dormagener Filiale der Verbraucherberatung rät deshalb dringend dazu, die Forderungen stets zu prüfen, statt einfach zu zahlen.

Und: Nicht einschüchtern lassen. Denn viele Drohungen wie mit Strafanzeige oder Schufa-Eintrag sind nur heiße Luft. „Ein Gerichtsvollzieher zum Beispiel kann nicht einfach so vorbeikommen. Er braucht dazu schon einen Titel wie ein Gerichtsurteil oder einen Vollstreckungsbescheid“, erklärt Wleklinski. Bei der Verbraucherberatung gibt es einen Flyer mit Tipps zum Umgang mit Inkassoforderungen. Zugrunde liegen ihm unter anderem ein Forderungs- und ein Kosten-Check. Also: Kennt der Angeschriebene die Forderung überhaupt? Und sind die in Rechnung gestellten Kosten angemessen? „Leider gibt es keine festen Regeln, wie hoch die Kosten eines Inkassobüros sein dürfen. Aber 70,20 Euro für die Mahnung einer einfachen Rechnung bis 500 Euro zu verlangen, ist zu viel“, heißt es von Seiten der Verbraucherschützer. Nach deren Ansicht dürften dafür lediglich 27 Euro berechnet werden. Paulina Wleklinski empfiehlt auch zu überprüfen, ob das jeweilige Inkassobüro, mit dem man es zu tun hat, überhaupt registriert ist. Und: Hat es die Forderung an einen Kunden von einem ursprünglichen Gläubiger gekauft, darf es überhaupt keine Kosten berechnen.

Wer Probleme mit Inkassoforderungen hat, sollte sich an die Verbraucherberatung in Dormagen: Kölner Straße 126) wenden. Am 8. November (9.30 bis 12.30 Uhr und 14 bis 17 Uhr) gibt es dort auch einen Aktionstag zum Thema mit kostenloser Beratung und ohne Anmeldung.

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