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Dormagen: Viel weniger Müll bei Rückkehr des Frühjahresputzes​

Aufräum-Tag in Dormagen : Viel weniger Müll bei der Rückkehr des Frühjahresputzes

Ganze 4200 Dormagener machten am Samstag beim „Sauberhafttag“ mit. Am Ende kamen in der Stadt rund 3,8 Tonnen Müll und Unrat zusammen.

„Eins kann man zu unserer heutigen Sammel-Aktion immerhin sagen“, ist sich Guido Hofmann sicher, „ die Corona-Masken haben zu 100 Prozent zugenommen.“ Das hat seinen Grund für dieses ehrenamtliche Mitglied einer Sammelgruppe des städtischen „Frühjahrsputzes“ unter Manfred Kootz. Natürlich sorgte die Pandemie für diesen zusätzlichen Müll auf den Straßen, und für die Schwierigkeit des Aufspürens des „Restes“ trug das kräftige Grün im Mai bei, das so manche kleinen Entsorgungssünden verdeckte.

Mit seinen Sammlern war Manfred Kootz frühmorgens in Hackenbroich ausgerückt, und die anderen Stadtteile taten es ihm parallel gleich. 12 Uhr war die Aktion abgeschlossen. Vor allem „normaler Müll“ fiel ihnen in die Hände und wanderte auf der Stelle in blaue Säcke und von dort in die Entsorgung.

Firmenschilder, Autoreifen, Feuerlöscher, Matratzen, Betten oder gar Berge von Baumüll waren diesmal nicht dabei. Und dabei hätte man doch meinen können, dass sich in der zweijährig aufgezwungenen Sammelpause eine Menge davon angesammelt hätte. So kamen dieses Mal 3,83 Tonnen Sammelgut zusammen, „nachdem es vor der Unterbrechung stattliche 13-16 Tonnen gewesen waren“, wie Jutta Warstat anmerkte. Sie ist Mitarbeiterin im Büro für bürgerschaftliches Engagement und Bürgerbeteiligung und kennt sich mit den Zahlen aus. An der Basis war dagegen Manfred Kootz aktiv, zu dessen Gruppe komplette Familien als Sammler gehörten. Gemeinsam durchkämmten sie Hackenbroich durch. 700 an der Zahl waren sie, in allen Altersgruppe, wobei Schüler und die ganz Kleinen aus dem Kindergarten große Kontingente stellten. Sie waren mit Begeisterung bei der Sache, „doch man muss sie alle argumentativ abholen“, so Kootz. Das heißt sie ansprechen, motivieren und auch loben.

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Immerhin schlug an diesem Vormittag die beeindruckende Zahl von 4200 Sammlern und Sammlerinnen im ganzen Stadtgebiet zu Buche. In Richtung der jeweiligen Gruppenleiter gewandt, die „Stadtteil-Koordinatoren“, lobte der stellvertretende Bürgermeister dieses Engagement. René Schneider: „Andere Städte haben solche Aktionen bereits wieder eingestellt. Dormagen nicht.“ Ohne innerstädtische Vernetzung, so ist beispielsweise das Entsorgungsunternehmen EGN mit im Boot, klappe das nicht, betonte der Vize-Bürgermeister.

„Und ohne Ehrenamtler läuft gar nichts“, ergänzte der Hackenbroicher Manfred Kootz. Denen gebühre ein ganz dickes Lob. Darin eingeschlossen seien beispielsweise auch der örtliche Hundesportverein und 16 Kindertagesstätten. Der auf der abschließenden Pressekonferenz als Moderator fungierende Harald Schlimgen vom Fachbereich Bürger- und Ratsangelegenheiten wurde deutlich: „Wer diese Sammelaktion einmal mitgemacht hat, der weiß beim nächsten Beiseiteschaffen von Abfall, dass die geregelte Entsorgung die bessere Alternative ist.“

Als „Sheriffs“ in Sachen Vandalismus sehen sich die hochmotivierten Stadtteilkoordinatoren mitsamt ihrer Klientel aber keinesfalls. Und wenn es nur die Kinder sind, deren Herzen für den Umweltschutz beim Sauberhaft-Tag geweckt werde. Dann sei schon eine ganze Menge erreicht. Für allzu rabiates „Entsorgen“ von Uraltgeräten und allem anderen sei das Ordnungsamt zuständig. Das gerichtsfeste Aufdecken von Sündern sei jedenfalls schwierig genug.