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Dormagen: Uwe Schunder in Sorge um Familie in Tel Aviv

Dormagener berichtet aus Israel : Sorge um die Familie in Tel Aviv

Die Familie des Vorsitzenden der Städtepartnerschaft mit Kiryat Ono lebt in Israel. Er würde gerne dorthin reisen, doch wegen der Pandemie ist das nicht möglich.

„Wir sind per Telefon, WhatsApp und Internet ständig in Verbindung, das funktioniert auch in Krisen-Zeiten. Mehr kann ich von hier aus im Moment nicht machen, doch “, erklärt Uwe Schunder. Seine Frau Chana, die gebürtige Israelin ist, sowie zwei seiner Kinder und ihre Familien befinden sich gerade in Israel. Seine Frau und die Kinder wohnen alle in Tel Aviv oder der unmittelbaren Umgebung. So ist der Vorsitzende der Städtepartnerschaft zwischen Dormagen und Kiryat Ono ganz persönlich betroffen vom sich zuspitzenden Konflikt zwischen militanten Palästinensern und israelischem Militär.

„Ich würde lieber heute als morgen dorthin reisen“, sagt Schunder. Wegen der aktuell geltenden Bestimmungen sei das aber nicht möglich, bis er seine zweite Corona-Impfung erhalten habe - und das wird erst im Juli der Fall sein. Ob eine Ausreise der Familie nach Deutschland möglich wäre, sei unklar, allerdings käme das auch weder für die Kinder noch für seine Frau infrage. „Die sind Israelis, leben dort und möchten nicht weg.“ So heißt es für die Familie in Tel Aviv nun, möglichst wenig ihre Wohnungen zu verlassen, denn in den moderneren Häusern gebe es einen gewissen Schutz, der aus den Erfahrungen während des Golf-Kriegs resultiert. „Pro Wohnung gibt es ein Gas-dichtes Bunkerzimmer, in das man sich bei Ertönen der Sirenen zurückzieht“, erklärt Schunder. Nachts solle man dort auch schlafen, damit man sicher sei. Mit kleinen Kindern - seine vier Enkel sind vier, drei und zwei Jahre alt, das jüngste Kind sechs Wochen. „Das ist natürlich schwierig, wenn die ganze Familie in einem Raum schlafen muss.“ Wenn man doch mal das Haus verlassen müsse, zum Einkaufen zum Beispiel, sollte man sich in Reichweite eines Luftschutzbunkers aufhalten, damit man beim Ertönen der Sirene schnell Schutz suchen kann.

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Schunder rechnet damit, dass sich der Konflikt noch weiter hochschaukelt. „Das ist ein Machtspiel, jeder provoziert den anderen bis zur Weißglut. Das Problem sind die Extremisten auf beiden Seiten“, meint er. „Ich kann nur hoffen, dass Israel die Ankündigung, Soldaten in den Gaza-Streifen zu schicken, nicht wahr macht.“

Bürgermeister Erik Lierenfeld zeigte sich besorgt wegen der Eskalation im Nahen Osten. „Die Ereignisse in Israel machen mich sehr betroffen. Ich hoffe sehr, auch im Namen unserer Freunde aus Kiryat Ono, dass sich die Lage schnell entspannt und wieder Frieden einkehrt.“ Seit mehr als 25 Jahren besteht die Städtepartnerschaft zwischen Dormagen und Kiryat Ono in der Nähe von Tel Aviv. Um diese tiefe Verbundenheit und Anteilnahme zu zeigen, wurde am Mittwoch die israelische Flagge am Dormagener Rathaus gehisst.