Dormagen: TuS Germania Hackenbroich soll neuen Hockeyplatz bekommen

Anlage in Hackenbroich ist „gefährlich“: Neuer Hockeyplatz für TuS Germania Hackenbroich

Der 30 Jahre alte Platz ist marode und wird sogar vom Deutschen Hockey-Bund als „gefährlich“ eingestuft. Eine neue Anlage kostet fast 700.000 Euro. Die CDU fordert den Verein auf, Landesfördermittel zu beantragen.

Vom benachbarten Aschenplatz fällt das Flutlicht auf das Areal. Ein Besucher leuchtet mit dem Handy auf den Boden. Trotz bescheidener Helligkeit ist auch dem Laien klar: Hier besteht Handlungsbedarf. So herrschte auch im Arbeitskreis Sport der CDU schnell Einigkeit darin, dass der bald 30 Jahre alte Hockeyplatz des TuS Germania Hackenbroich erneuert werden muss, weil der Kunstrasen völlig marode und sogar gefährlich ist. Offen ist nur, wann dies geschehen kann. Sofort nicht, dafür fehlt das Geld. Aber die bis zu 700.000 Euro sollen bis 2021/22 im städtischen Haushalt eingestellt werden. Bis dahin weichen die Hockeyspieler zum Norbert-Gymnasium aus.

Wer in Reihen der CDU-Sportpolitiker womöglich noch Zweifel an der Notwendigkeit der Maßnahme hegte, wurde von Wolfgang Hillmann schnell überzeugt. Der Präsident des Deutschen Hockey-Bundes war aus Köln gekommen, um mit seinem fachlichen Rat zu unterstützen. Hillmann ist Experte für Sportplatzbau und arbeitet in europäischen Gremien mit. Sein Urteil fiel vernichtend aus: „Der Platz müsste eigentlich geschlossen werden. Die Sportfunktionalität ist nicht mehr gegeben.“ Mehr noch: Der Platz ist gefährlich. Denn: Weil sich im Laufe der Zeit unter dem Oberbelag Furchen gebildet haben, kommt es zu einem unerfreulichen Effekt: „Wie bei einer Rampe kann die gespielte Kugel nach oben fliegen“, erklärt Stefan Ehrenberg, Abteilungsleiter der Hockeyspieler. „Das ist dann unberechenbar und gefährlich für Gesicht und Körper der Spieler.“ Nur gut, dass jetzt Pause ist und die Spieler in der Halle trainieren.

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Hillmann gab eine eindeutige Empfehlung: „Ein Vollkunststoffplatz ist die richtige Wahl.“ Dieser Belag wird auf nahezu allen Hockeyplätzen der Welt aufgelegt und wäre rund 15 Jahre haltbar. Dabei besteht sogar die Möglichkeit, ihn multifunktional zu nutzen.

Damit die vornehmlich jugendlichen TuS-Sportler im nächsten Jahr spielen können, wurde eine Kooperation mit dem NGK eingegangen. Dort gibt es einen neuwertigen Hockeyplatz. Nach Gesprächen mit  Schulleiter und Vorstand des Trägervereins ist die Nutzung möglich. Dafür erhält der Trägerverein von der Stadt einen jährlichen Ausgleich von 7500 Euro sowie einmalig 6000 Euro. Der Verein zahlt weiter die normale Nutzungsgebühr an die Stadt. Eine Regelung, die der Stadt nicht unangenehm ist, wie Swen Möser, Leiter des Sportservice, andeutete. Trotzdem soll es, so die Politik, keine Dauerlösung werden. Vielmehr wies Andreas Buchartz, sportpolitischer Sprecher der CDU, auf die neue Möglichkeit hin, aus dem 300 Millionen-Euro-Fördertopf des Landes Mittel für den Bau des neuen Platzes abzuschöpfen. Das setzt jedoch voraus, dass der Verein selbst einen Antrag stellt. Von Seiten der CDU gab es eine „freundliche Anregung“ in diese Richtung. Der TuS-Vorsitzende André Heryschek hat zunächst einmal einen Antrag an Stadt und Politik gerichtet, für das kommende Haushaltsjahr Geld einzustellen, um den Sanierungsbedarf überprüfen und beziffern zu lassen. Die dann notwendigen Mittel sollen in die mittelfristige Finanzplanung aufgenommen werden.

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