Trends der Kürbissaison Überraschende Fakten über Kürbisse

Dormagen · Die größte Beere der Welt und ein Kürbispapst: Wir haben Spannendes aus dem Rhein-Kreis rund um den Alleskönner Kürbis zusammengetragen.

Immer im Herbst, wenn sich das Laub bunt färbt, steigt die Lust auf Deko.

Immer im Herbst, wenn sich das Laub bunt färbt, steigt die Lust auf Deko.

Foto: Andrea Lemke

Wenn die Tage langsam dunkler werden und sich das Herbstlaub bunt färbt, dann ist es wieder soweit: Es ist Kürbiszeit. Kürbisse sind wahre Alleskönner. Ihre vielfältigen Zubereitungsmöglichkeiten machen sie beliebter denn je. Und doch gibt es da einiges, was viele noch nicht wissen. Wir haben ein paar Geheimnisse und Tipps rund Kürbisse gelüftet und entdeckt.

Die größte Beere der Welt
So vielfältig wie die Rezepte mit Kürbis sind, so vielfältig ist auch seine Klassifizierung. So wird er von vielen zu den Fruchtgemüsen gezählt. Tatsächlich handelt es sich aber um eine Beere, genauer gesagt um eine Panzerbeere. Das Fruchtfleisch ist fleischig und wenn die Schale auch noch hart ist, spricht man von Panzerbeeren, zu denen übrigens auch die Avocados gehören. Und: Der Kürbis ist damit die größte Beere der Welt.

Es gibt einen Kürbispapst
An ihm führt kein Weg vorbei. Jochen Roelen ist zum Kürbispapst des Rhein-Kreises Neuss geworden. Und das kam so: „Als ich den Hof von meinem Vater übernommen habe, der seinen Schwerpunkt auf Blumenkohl gesetzt hatte, wollte ich etwas anderes machen. Nach einem halben Jahr auf einer Farm in den USA war klar, dass der Kürbis mein Schwerpunkt werden sollte", erzählt Roelen. Mehr als 430 verschiedene Kürbissorten baut der Landwirt an. Auf seinen Versuchsfeldern werden die neuesten Kreationen angebaut und auf ihre Marktfähigkeit getestet.

Trendfarbe weiß
Laut Jochen Roelen ist „weiß“ die neue Trendfarbe. Snowball heißt eine Sorte, die – wie der Name schon sagt – schneeweiß ist. „Sie sieht supercool aus und gehört zu den Halloween-Kürbissen. „Ganz oben auf der Beliebtheitsskala steht aber der Babyboo, ein kleiner Kürbis, der als Dekoration für Konfirmationen oder Hochzeiten gekauft wird. Aber noch besser ist er als Rohkost“, verrät Roelen. Der kleinste Speisekürbis mit einem Durchmesser von nur fünf Zentimetern kann wie ein Trüffel geraspelt und über den Salat gestreut werden.

 Weiße Kürbisse liegen in diesem Jahr Trend. Zusammen mit Kastanien sehen sie auch toll aus.

Weiße Kürbisse liegen in diesem Jahr Trend. Zusammen mit Kastanien sehen sie auch toll aus.

Foto: Andrea Lemke

Der Männerkürbis
Wenn es einen Kürbis gibt, der Männer überzeugt, dann ist es der Mikrowellenkürbis. „Wenn wir erklären, wie man ihn zubereitet, zögern die Männer nicht mehr“, lacht Roelen. Das Geheimnis? Die einfache Zubereitung. „Oben wird der Strunk großflächig abgeschnitten, die Kerne herausgekratzt und dann ab für zwölf Minuten in die Mikrowelle, fertig. Wenn das dann mit Wildgulasch und etwas Schafskäse gefüllt wird, ist der Mann überzeugt“, weiß Roelen aus Erfahrung.

Meist verzehrtes Gemüse
Der Kürbis ist das meistverzehrte Gemüse der Welt. In Afrika beispielsweise steht er täglich auf dem Speiseplan. Aber auch in Deutschland wird er dank zahlreicher Kochshows und Social Media in der Küche immer beliebter.

Sonnenbrand und Frost
Kürbisse leiden tatsächlich unter Sonnenbrand und Frost. „In diesem Jahr haben wir bereits 20 Prozent Ausfälle wegen Sonnenbrand“, sagt Roelen. Am Anfang sind die Kürbisse durch das große Laub vor der direkten Sonneneinstrahlung geschützt, doch mit der Zeit welken die Blätter und der Kürbis liegt frei. Normalerweise ist das kein Problem, aber da es jetzt so lange warm war, tageweise sogar heiß, haben viele Kürbisse einen Sonnenbrand bekommen. Im Winter dagegen muss man die dicken Früchte vor Frost schützen. Bis zum ersten Frost kann man den Speisekürbis als Dekoration draußen nutzen. Ist Frost aber angesagt, muss er unbedingt davor geschützt werden, sonst fault er.

Mehr als Deko und Nahrung
Die Schalen der getrockneten Früchte, vor allem der birnenförmigen Arten, dienten den Jakobspilgern auf ihrem Weg nach Santiago de Compostela als Trinkflaschen. In Afrika dient der Flaschenkürbis als Rassel. Er wird so lange getrocknet, bis die Kerne frei liegen und rasseln.

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