Dormagen: Strabi-Festival weicht Schützenfest künftig aus

Brauchtum in Dormagen : Weniger Gäste beim Walddorfer Schützenfest durch Strabi-Festival

Walddorf hat ein schönes Schützenfest gefeiert. Allerdings waren am Samstag wenig junge Leute beim Bürgerball. Deswegen soll im nächsten Jahr das Strabi-Festival an einem anderen Termin stattfinden.

Seine Frau hätte gerne noch weitergefeiert, „sie findet es schade, dass das Schützenfest schon wieder vorbei ist“, erzählte Ulrich Baumer, Brudermeister der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Straberg, im Gespräch mit unserer Redaktion. Damit dürfte seine Gattin nicht alleine dastehen, denn das Walddorf feierte „ein tolles, harmonisches Fest ohne Zwischenfälle“, wie Baumer bilanzierte. Besonders in Erinnerung bleiben dürfte vielen Gästen der emotionale Abschied von Pater Johannes Kallarackal, der zum Ehrenmitglied und -präses ernannt worden war. So leise sei es dabei im Saal gewesen, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können, sagte der Brudermeister.

Nicht ganz zufriedenstellend fand er den Zuspruch zum Großen Schützen- und Bürgerball am Samstag. „Uns haben vor allem die jungen Leute gefehlt“, stellte Baumer fest. Die Konkurrenz  zum Strabi-Festival hatte sich da bemerkbar gemacht. Doch fürs kommende Jahr soll eine solche Terminüberschneidung vermieden werden. Auch Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Stefan Stelten von den für den Straberger See zuständigen Kreiswerken Grevenbroich würden sich laut Baumer dafür einsetzen, dass Schützenfest und Festival in Straberg terminlich entkoppelt werden.

Stolz ist man im Walddorf darauf, dass es an Bewerbern für das Königsamt im Gegensatz zu manch’ anderen Orten nicht mangelt. Am Montag waren vier Schützen beim Königsschuss zum Wettstreit gegeneinander angetreten, gesiegt hatte am Ende Martin Zaum. „Nachdem wir im Jahr 2005 mal keinen König hatten, haben wir unsere Mitglieder mithilfe eines Fragebogens nach möglichen Gründen befragt. Dabei hatte sich herausgestellt, dass viele nicht etwa die mit dem Amt verbundenen Kosten scheuen, sondern dass die große Anzahl an Terminen sie von einer Bewerbung abgehalten hatte“, erklärte Baumer. Seit die Verpflichtungen für die Regenten deutlich reduziert worden seien, habe es stets Anwärter auf die Regentschaft in Straberg gegeben. Ein Muss für den Schützenkönig sind nur noch die Teilnahme am Patronatsfest, an der Gottestracht und natürlich am Schützenfest selber.

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