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Dormagen: Starkregen eher positiv für Landwirte

Wenige Pflanzen betroffen : Starkregen eher positiv für Landwirte in Dormagen

Für den Ackerbau waren die Regenfälle der letzten Wochen eher gut. Aber nicht allen Obst- und Gemüsesorten gefällt die Feuchtigkeit.

Während der Starkregen vor zwei Wochen in Orten wie Ahrweiler und Euskirchen eine verheerende Katastrophe ausgelöst hat, ist Dormagen vergleichsweise glimpflich davongekommen. Auch die Landwirte im Stadtgebiet haben bisher keine dramatischen Einbußen für ihre Ernte zu befürchten. „Das war zwar sehr viel Regen in den letzten Wochen, aber uns hat das nicht so schlimm getroffen“, erklärt Felix Frason von der Gärtnerei Peters in Delhoven.

Einigen Pflanzen hat der Regen aber doch nicht so gut gefallen: „Die Freilandtomaten haben am meisten gelitten“, erläutert er. Durch die großen Wassermengen droht die Krautfäule - dabei beginnen die Blätter der Pflanze zu faulen „und auf lange Sicht zieht das auch in die Tomate. Da müssen wir jetzt abwarten, wie sich das entwickelt, da kann man nicht viel machen“, sagt Frason. Viele angegriffene Triebe seien schon mit der Hand entfernt worden. Die ersten Freilandtomaten konnten jedoch schon rot und gesund geerntet werden.

Auch die Himbeeren aus eigenem Anbau leiden unter der Feuchtigkeit der letzten Wochen. „Die Schwüle tut den Himbeeren nicht gut. Nach dem Pflücken halten die Beeren nicht lange. Aber da kann man nichts machen, die sind eben komplett unbehandelt.“ Die Familie verzichtet bei ihrem Gemüse- und Obstanbau weitestgehend auf den Einsatz von Pestiziden. Problematischer für die Landwirtschaft seien die vergangenen Jahre gewesen, in denen viel zu wenig Niederschlag gefallen sei. „Vor allem die langen Hitzeperioden sind schwierig, da muss man ständig auf die Beregnungsanlagen aufpassen, damit alle Pflanzen genug Wasser bekommen“, erklärt Frason.

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Auch Max-Josef Kallen vom Forsterhof in Stürzelberg berichtet, dass der Regen der vergangenen Wochen eher positiv für die Landwirte in der Region war. „So konnten die Bodenvorräte an Wasser gut aufgefüllt werden, so dass wahrscheinlich bis zum Ende der Vegetationsperiode genügend Wasser vorhanden sein wird“, sagt er. Die wenigen restlichen Freilanderdbeeren des Kallen-Hofes seien zwar dem Starkregen zum Opfer gefallen, und auch beim Getreide sei ein kleiner Verlust zu beklagen, weil reife Ähren durch den starken Regen abgeknickt seien. „Aber das sind vielleicht zehn Prozent und ist bei weitem nicht vergleichbar mit den katastrophalen Verlusten, die in anderen Gebieten drohen“, so der Landwirt. Auf seinem Hof wurde am dortigen Regenmesser zwar eine Niederschlagsmenge von 120 Litern pro Quadratmeter gemessen, sodass der Regen auf den Feldern stehen blieb. „Wir haben hier aber noch großes Glück gehabt“, so Kallen. „Für den normalen Ackerbau war das in Summe eher positiv.“

(mvs)