Dormagen: Stadt plant für Ortsumgehung Nievenheim

Politik für Entlastung im Autoverkehr : Stadt plant für Ortsumgehung Nievenheim

Gemäß einem Antrag der CDU legt die Verwaltung eine erste grobe Planung durch den Kohnacker vor. Kosten: fünf Millionen Euro.

Vom vielen Verkehr gequälte Nievenheimer bekommen Anfang April einen kleinen Hoffnungsschimmer zu sehen: In der Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses wird die Verwaltung darlegen, wie weit die Planungen für eine mögliche Ortsumgehung gediehen sind. Auslöser dafür ist ein Antrag der CDU-Fraktion. Das Szenario ist klar: Wenn die Politik diese Entlastungsroute will, könnten konkret Planungen sowie Gespräche mit Behörden ebenso beginnen wie mit Eigentümern von Grundstücken, die für eine Trasse benötigt werden. Die Gesamtkosten für ein solches Projekt bewegen sich bei geschätzten 4,7 Millionen Euro.

Die CDU hatte im Herbst 2017 die Forderung nach einer Ortsumgehung erhoben, weil sich massiver Auto- und Lkw-Verkehr täglich über Bismarckstraße und Neusser Straße durch den Ort quält. „Wir halten es für dringend erforderlich, eine solche Planung für eine wesentliche Entlastung nicht ausschließlich von der weiteren Entwicklung des Autobahnanschlusses an die A57 in Delrath abhängig zu machen“, sagte damals Fraktionsvorsitzender Kai Weber. Auch Rathaus-Chef Erik Lierenfeld hält eine Verkehrsentlastung für „geboten“. Eine solche Ortsumgehung sei „unabhängig vom geplanten Autobahnanschluss zu sehen und würde einen zusätzlichen positiven Effekt haben“.

Eine wahrscheinliche Variante führt von der Bismarckstraße über die Marie-Schlei-Straße hinein in den Kohnacker und dann in einem rechten Winkel über den gleichnamigen, gut ausgebauten Wirtschaftsweg auf die Landstraße 380 (Neusser Straße). Wie Thomas Wedowski, Chef der Technischen Betriebe Dormagen, sagt, würde bei einem Ausbau diese Straße eine Breite von bis zu 14 Metern aufweisen – inklusive Bankett, Rad- und Gehwegen. Wenn es nach einem politischen Beschluss Ernst wird, dann tauchen sofort Fragen nach der Entwässerung in der Wasserschutzzone auf, ebenso im Genehmigungsverfahren die Frage nach der Art des Planungsverfahrens. Unklar: Gibt es noch andere Varianten? Die CDU hatte damals von einer Verbindung über die Sonnenstraße zur Johannesstraße gesprochen.

Auch die Zentrumsfraktion hat sich immer wieder für eine Entlastung von Nievenheim vom „Verkehrs-Kollaps“ stark gemacht. „Wir müssen jetzt etwas unternehmen und nicht erst dann, wenn weitere Baugebiete erstellt sind“, forderte Fraktionsvorsitzender Hans-Joachim Woitzik schon 2017. Im Dezember 2016 hatte die Stadt Ergebnisse einer aktuellen Verkehrszählung vorgelegt. „Für den Bereich der Hauptkreuzung in Nievenheim gibt es keine signifikant gestiegenen Werte seit dem letzten Verkehrsentwicklungsplan, für den 2007/08 gezählt wurde“, sagte damals Fachingenieur Frank Weiser.

Auf der Neusser Straße südlich der Einmündung des Straberger Wegs seien es mit 15.000 sogar 900 Autos weniger pro Tag, ebenso 900 weniger auf dem Stück zwischen Bismarckstraße und dem Kreisverkehr im Norden. Nördlich des Kreisverkehrs wurden 11.600 Autos gezählt, was ein Plus von 1000 Autos ausmacht. „Grundsätzlich sind das gerade an der Neusser Straße erhebliche Belastungen“, betonte Experte Weiser.

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